Dichter Rauch in Moskau

5. September 2002, 16:05
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Fast 200 Wald- und Torfbrände in der Umgebung - Brandstiftung als Ursache vermutet

Moskau - Dichter Rauch von mehreren Wald- und Torfbränden hat am Donnerstag das öffentliche Leben in Moskau erheblich beeinträchtigt. Die Sichtweite betrug nur wenige hundert Meter, zahlreiche Gebäude waren von dem beißend riechendem Smog verdeckt. Im Stadtverkehr kam es zu langen Staus, und viele Fußgänger wagten sich nur mit Mundschutz auf die Straße. Der Dunst ließ nur wenige Sonnenstrahlen durch und drang auch in Häuser, Büros und U-Bahn-Stationen.

Extreme Kohlenmonoxidbelastung

Die Kohlenmonoxidbelastung überstieg den zulässigen Wert um mehr als das Doppelte, wie das Katastrophenschutzministerium mitteilte. In Fernsehberichten war von einem bis zu vierfachen Wert die Rede. Im Großraum der russischen Hauptstadt loderten laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax fünf größere und 188 kleinere Wald- und Torfbrände, die sich innerhalb der vergangenen 24 Stunden um das Doppelte auf eine Fläche von insgesamt 550 Hektar ausbreiteten. Aus dem gesamten Land wurden fast 900 Feuer gemeldet, davon 200 Großbrände im Westen Russlands.

Größte Trockenheit seit 100 Jahren

Die Region erlebt derzeit die größte Trockenheit seit 100 Jahren. Die Smogwerte sind die höchsten seit drei Jahrzehnten. Hubschrauber und Flugzeuge der Feuerwehr mussten am Donnerstag wegen der geringen Sichtweite am Boden bleiben. Drei Moskauer Flughäfen leiteten vorübergehend alle ankommenden Maschinen um, wie der Fernsehsender TVS berichtete. Auf anderen Flughäfen in der Umgebung kam es zu Verspätungen. Am Nachmittag wurde der normale Flugbetrieb wieder aufgenommen.

St. Petersburg im Smog

Auch St. Petersburg lag in dichtem Smog. Wie die Feuerwehr mitteilten, tobten in der Umgebung der nordrussischen Hafenstadt mehr als 240 Brände. Der Rauch erreichte auch die Stadt Lappeenranta im Südosten Finnlands, rund zehn Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt. Finnische Einsatzkräfte unterstützten auf russische Anfrage hin die Löscharbeiten.

Rauch und Brandgeruch von Waldbränden in Russland haben sich auch über ganz Schweden ausgebreitet. Wie das Meteorologische Institut SMHI in Norrköping mitteilte, waren die östlichen Teile des skandinavischen Landes am stärksten betroffen. Die Rauchpartikel seien nicht gesundheitsgefährlich und würden sich durch eine für das Wochenende erwartete Kaltfront auch wieder auflösen, hieß es weiter. (APA/AP/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Moskau im weißen Smog

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