Anzeige gegen Bischof Krenn

3. September 2002, 17:29
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Verdacht der Verhetzung wegen umstrittener Islam-Aussagen

Wien/St. Pölten - Die umstrittenen Aussagen des St. Pöltner Bischofs Kurt Krenn über den Islam könnten ein gerichtliches Nachspiel haben.

Die Sozialistische Jugend Österreich (SJÖ) hat ihre Drohung nun ernst gemacht und eine Sachverhaltsdarstellung an die zuständige Staatsanwaltschaft Linz übermittelt. Für SJÖ-Chef Andreas Kollross ist der Vergleich einer "dritten Türkenbelagerung" mit der Situation der in Österreich lebenden und sich zum Islam bekennenden Menschen "mehr als skandalös". Er will daher prüfen lassen, ob die Aussagen Krenns den Tatbestand der Verhetzung (Paragraf 283 Strafgesetzbuch) erfüllen.

Bischof Krenn hatte in einem Zeitungsinterview Anfang August den Islam als eine "aggressive Religion" bezeichnet und wörtlich gesagt: "Zwei Türkenbelagerungen waren schon, die dritte haben wir jetzt." Nun gehe es "halt auf einem anderen Weg".

Ob die Staatsanwaltschaft Linz tatsächlich ermitteln wird, ist offen. Die Höchststrafe ist übrigens zwei Jahre Haft. SJ-Chef Kollross ist aber durchaus zuversichtlich, dass die Staatsanwaltschaft tätig wird, denn: "Die Aussagen von Bischof Krenn sind sehr eindeutig."

Im Büro von Bischof Krenn reagiert man gelassen. Sein Pressesprecher Michael Dinhobl zum STANDARD: "Wenn die SJ das macht, dann soll sie ruhig. Wir sehen jedenfalls keinen Grund zur Aufregung." (Peter Mayr/DER STANDARD; Print-Ausgabe, 4.9.2002)

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    Die Aussagen des St. Pöltner Bischofs über den Islam könnten ein gerichtliches Nachspiel haben - Bei einer Verurteilung drohen gar bis zu zwei Jahre Haft.

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