USA fordern Wiederaufnahme der Sudan-Friedensgespräche

3. September 2002, 16:46
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Regierung verließ Gespräche - Rebellen weisen Vorwürfe zurück

Nairobi - Einen Tag nach Abbruch der Sudan-Friedensgespräche in der kenianischen Stadt Machakos hat der US-Staatssekretär für Afrika-Angelegenheiten, Walter Kansteiner, beide Konfliktparteien zur Rückkehr an den Verhandlungstisch gedrängt. "Die USA sind zutiefst über die Entscheidung der sudanesischen Regierung enttäuscht, die Verhandlungen in Machakos abzubrechen", sagte Kansteiner am Dienstag während eines Aufenthalts in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

Die USA riefen die sudanesische Regierung und die Rebellen der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) auf, so schnell wie möglich die Verhandlungen fortzuführen. Noch am selben Tag wollte der Afrika- Experte der US-Regierung Gespräche mit Vertretern beider Konfliktgegner führen.

Nach zweiwöchigen Verhandlungen hatte Khartum die Gespräche am Vortag abgebrochen. Ein Sprecher der sudanesischen Botschaft in Kenia hatte den Schritt mit den jüngsten Militäraktionen der Rebellen begründet. Der sudanesische Außenminister Mustafa Othman Ismail warf in Kairo den SPLA-Rebellen vor, die Verhandlungen zu Militäraktionen ausgenutzt zu haben. SPLA-Sprecher Samson Kwaje bestritt dies am Dienstag. "Die Regierung hatte von vornherein den Vorsatz, diese Gespräche scheitern zu lassen", erklärte er in Nairobi.

Die Konfliktgegner hatten im Juli ein Teilabkommen unterzeichnet, um den seit neun Jahren währenden Krieg zu einem Ende zu führen. Die zweite Verhandlungsrunde sollte ursprünglich erst zwei Wochen zu Ende gehen.

Im Südsudan kämpft seit 1983 die christlich-animistische Bevölkerung gegen die islamisch-fundamentalistische Zentralregierung in Khartum. In dem Krieg, in dem rund zwei Millionen Menschen ums Leben gekommen sind, geht es in erster Linie um die Autonomie für den Süden und die Verteilung der Öleinnahmen.

Nach dem Teilabkommen zwischen dem Anführer der SPLA, John Garang, und der Regierung von Präsident Omar Hassan al-Bashir soll den Südsudanesen ihre geforderte Religionsfreiheit zuerkannt werden. Außerdem sollen sie in einem Referendum über ihre Autonomie bestimmen können. (APA/dpa)

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