Hamburg führt nach 20 Jahren wieder geschlossene Heime ein

3. September 2002, 16:47
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Beschluss der mit Schill-Partei verbundenen Landesregierung

Hamburg - Das Land Hamburg führt 20 Jahre nach ihrer Abschaffung wieder geschlossene Heime für Kinder und Jugendliche ein. Noch in diesem Jahr sollen in einem ersten Schritt Heimplätze für 25 auffällige Kinder geschaffen werden, wie der Senat aus CDU, Schill-Partei und FDP am Dienstag beschloss. Gleichzeitig wird eine Art mobile Einsatzgruppe aufgebaut, die Familien von straffälligen Kindern schnell nach der Tat besuchen und mit den Eltern die nötigen Konsequenzen besprechen soll.

Hamburg sei das erste Bundesland, das ein solches Familien-Interventions-Team ins Leben rufe, erklärte die Landesregierung weiter. Wenn Kinder bei der Polizei auffallen, wird das Team informiert und leitet weitere Schritte ein. Beispielsweise soll den Eltern schnelle Hilfe bei der Erziehung angeboten werden. Falls die Eltern nicht mitarbeiten oder sich Straftaten der Kinder häufen, soll das Interventionsteam beim Familiengericht die Einweisung in ein geschlossenes Heim erwirken können.

Nach dem Heim für Kinder mit 25 Plätzen soll ein weiteres mit 50 Plätzen für Jugendliche entstehen. In der Regel sollen die Betroffenen ein Jahr im Heim bleiben. Sie sollen dort so erzogen werden, dass sie später wieder bei den Eltern oder in einer offenen Wohngruppe unterkommen können. Falls die Plätze nicht ausreichen, sollen mehr Heime gebaut werden. (APA/AP)

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