Heimkehrer-Brief James Cooks entdeckt

3. September 2002, 16:11
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Er klemmte hinter einem Bild verborgen - unklar, wie er dorthin gekommen war

London - Ein rund 230 Jahre alter Brief des britischen Seefahrers James Cook ist überraschend in Ostengland gefunden worden. Das von dem Abenteurer schwungvoll unterzeichnete Schreiben entdeckten Mitarbeiter des Auktionshauses Bonhams in einem Landhaus in der Grafschaft Norfolk. Es war dort hinter einem Bild verborgen, das in der Bibliothek des Anwesens hing.

In dem Brief an die britische Admiralität feierte Cook 1771 seine sichere Rückkehr nach seiner ersten Australien-Expedition. Er berichtete über die Strapazen der Reise und den Tod Dutzender Mannschaftsmitglieder. Von "28 Fahrkarten in den Tod" ist die Rede.

Die große Fahrt

Cook war mit seiner "Endeavour" drei Jahre zuvor in Plymouth gestartet und um Kap Hoorn bis Tahiti gesegelt. Von dort aus führte ihn die Reise weiter nach Neuseeland und Australien. Es handelt sich nach Ansicht der Experten um den vermutlich ersten Brief, den Cook nach seiner Rückkehr in englische Gewässer verfasste.

Wie das Schriftstück in die Bibliothek in Norfolk kam, darüber rätseln die Fachleute noch. Ein Bonhams-Sprecher erklärte am Dienstag jedoch, die Vorfahren der Besitzer von Brancaster Hall hätten Verbindungen zum Ort Whitby in Yorkshire gehabt, wo die "Endeavour" gebaut wurde und Cook seine seemännische Ausbildung erhielt.

In Zahlen gemessen

Der auf einen Wert von 31.000 Euro geschätzte Brief soll zusammen mit einer Rechnung, die Cook von einer späteren Reise an die Regierung sandte, im Dezember bei Bonhams versteigert werden. Die Rechnung soll für rund 4.000 Pfund unter den Hammer kommen. (APA/AP)

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    "... 28 Fahrkarten in den Tod ..."

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