Wahlen in Brasilien: Sozialist Lula laut Umfragen unangefochten vorn

3. September 2002, 15:54
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Internationale Investoren befürchten Umschuldung der brasilianischen Verbindlichkeiten

Brasilien: Regierungskandidat Serra gewinnt an Boden Laut Umfragen fast gleichauf mit Zweitplatziertem Gomes - Lula weiterhin an der Spitze

Sao Paulo - In Brasilien scheint der Präsidentschaftskandidat der regierenden Rechtspartei, Jose Serra, das Vertrauen der Wähler zu gewinnen und seinem Mitstreiter, Ciro Gomes, Platz zwei in der Rangliste streitig zu machen. Nach einer Umfrage des Vox Populi Instituts am 1. und 2. September kam Serra auf 19 von zuvor 15 Prozent der Stimmen. Gomes von der Sozialistischen Volkspartei verlor hingegen auf 20 (25) Prozent. Serra verdanke seine wachsende Beliebtheit einer Fernsehkampagne, die Popularität von Gomes zu untergraben versuche, hieß es.

An der Spitze der Umfragen stehe aber weiter Luiz Inacio "Lula" da Silva von der Arbeiterpartei mit 36 (34) Prozent. Der ehemalige Gouverneur des Bundesstaats Rio de Janeiro, Anthony Garotinho, gewann einen Prozentpunkt auf neun Prozent. Die Umfrage von Vox Populi umfasste 2.459 Personen in 125 Gemeinden. Die Brasilianer wählen im Oktober einen neuen Präsidenten.

An den Finanzmärkten warte man nun ab, ob Serra nun Gomes in der Wählergunst überholen werden könne. Im Laufe der Woche stünden die Ergebnisse weiterer Umfragen an, hieß es hierzu. Den Marktteilnehmern würde Serra als Präsident gefallen, er sei "markt-freundlicher". Sowohl Gomes als auch Lula könnten eine Umschuldung der brasilianischen Verbindlichkeiten anstreben, befürchten Anleger. (APA/vwd)

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    Luiz Inacio "Lula" da Silva von der Arbeiterpartei hat gut lachen: Aktuelle Umfragen bescheinigen ihm eine gute Startposotion im Rennen um die Präsidentschaft.

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