Extremus gegen Terrorschäden

3. September 2002, 15:36
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Deutsche Versicherungsbranche gründet Spezialversicherer

Köln/Berlin - Die deutsche Versicherungswirtschaft will sich rund ein Jahr nach den Terrorakten in den USA mit einem neu gegründeten Spezialversicherer vor Schäden durch mögliche Anschläge absichern. Unter dem Namen Extremus AG sei am Dienstag eine Versicherungs-Aktiengesellschaft mit Sitz in Köln gegründet worden, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin mit. Insgesamt engagierten sich mehr als 50 Versicherungsunternehmen für eine Terrorschadenabdeckung.

Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft sei Edgar Jannot, ehemaliger Vorsitzender des Vorstandes der Ergo-Versicherungsgruppe (Düsseldorf). Zum Vorstandsvorsitzenden sei Bruno Gas ernannt worden, ehemaliger Vorstandschef der Mecklenburgischen Versicherungsgesellschaft.

Für über 25 Millionen Euro Sachrisiken

Der Spezialversicherer werde Sachschäden sowie Betriebsunterbrechungsschäden durch Terroranschläge bei allen Sachrisiken decken, deren Versicherungssumme über 25 Mill. Euro liege. Dafür habe die Versicherungsbranche eine Rückversicherungskapazität von insgesamt drei Mrd. Euro zur Verfügung gestellt. Sollte diese Schadenssumme überschritten werden, hafte der Staat mit weiteren 10 Mrd. Euro. Die Maximalentschädigung liege pro Einzelrisiko bei 1,5 Mrd. Euro.

GDV-Präsident Bernd Michaels sagte, nur Staat und Wirtschaft gemeinsam könnten diese neue Aufgabe bewältigen. Extremus- Vorstandsvorsitzender Gas betonte, dass die zur Verfügung stehende Summe für alle in Deutschland denkbaren Risiken ausreichen sollte. Er rechne fest damit, dass die Wirtschaft den Schutz auch nachfrage. Damit Extremus Kosten deckend arbeiten könne, müsse in den kommenden Monaten ein Prämienvolumen von mindestens 300 Millionen Euro erreicht werden. Die Versicherer seien sich einig, dass Extremus den Geschäftsbetrieb einstellen müsse, falls diese Summe nicht erreicht würde. (APA/dpa)

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