... allein ihm fehlt der Glaube

3. September 2002, 15:05
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Dem Verwaltungsrat des Zürcher Schauspielhaus fehle der Glaube an eine Trendwende und verteidigt Entlassung

Zürich - Der Verwaltungsratspräsident des Schauspielhauses Zürich, Peter Nobel, hat die Entlassung des künstlerischen Direktors Christoph Marthaler verteidigt. Marthaler habe gewusst, was auf ihn zukomme, sagte Nobel in einem Interview des Schweizer "Tages-Anzeigers". Eine Rücknahme der Entlassung hält Nobel für möglich, falls jemand mehr Geld zur Verfügung stelle.

Er habe seit Anfang Juni vergeblich versucht, mit Marthaler Gespräche zu führen, sagte Nobel. Vorvergangene Woche habe er ihm mitgeteilt, dass er eine Vereinbarung für eine vorzeitige Vertragsauflösung entwerfen werde. Den Entwurf habe er Marthaler zugeschickt. Marthaler habe am vergangenen Freitag erklärt, er sei nicht zu einer gemeinsamen Vereinbarung bereit. Nobel übermittelte diesen Bescheid tags darauf dem Verwaltungsrat, der sich darauf zum Handeln entschlossen habe.

Die Entlassung des international gewürdigten Theatermanns bereits nach der zweiten Saison begründete Nobel damit, dass im Verwaltungsrat der Glaube an eine Trendwende fehle. Für Dienstagabend war auf Initiative des Publizisten Roger de Weck und des Schriftstellers Adolf Muschg hin eine Protestversammlung im Theaterhaus Gessnerallee geplant. (APA/AP)

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