Israel erwartet möglichen Irak-Krieg ab November

3. September 2002, 15:01
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Deutsche Unionsparteien würden US-Angriff mittragen

- Tagesmeldung Russland will im UNO-Sicherheitsrat Veto gegen Angriff einlegen - Bagdad bereitet sich darauf vor

Johannesburg/Bagdad - Israel hat seine Sicherheits- und Rettungsdienste angewiesen, sich auf einen möglichen Irak-Krieg ab 1. November vorzubereiten. Zwar gebe es keine Angaben aus den USA über eine entsprechende zeitliche Planung, doch sei dieser Termin aus sachlichen Erwägungen für den Abschluss der erforderlichen Maßnahmen gewählt worden, sagte am Dienstag ein hoher israelischer Regierungsbeamter. Russland kündigte unterdessen ein Veto im UNO-Sicherheitsrat gegen jeden Versuch an, eine militärische Aktion gegen den Irak zu legitimieren. Bagdad knüpft eine Rückkehr der UNO-Waffenkontrollore weiter an Bedingungen.

Die israelischen Vorbereitungen richten sich vor allem gegen einen irakischen Raketenschlag, der für den Fall eines US-Angriffs ähnlich wie im Golfkrieg von 1991 erwartet wird. Damals verzichtete Israel nach dem Beschuss mit 39 Scud-Raketen auf militärische Vergeltung, um das Bündnis der USA mit arabischen Staaten nicht zu gefährden. Bei einem neuerlichen Angriff will Israel nach Äußerungen von Regierungsmitgliedern aber zurückschlagen.

Deutsche Union würde Krieg mittragen

In Deutschland schloss der Fraktionschef der Unionsparteien im Bundestag, Friedrich Merz, ein militärisches Vorgehen gegen den Irak nicht aus: "Alle Optionen müssten offengehalten werden", sagte Merz am Dienstag dem Sender Phoenix. Dagegen bekräftigte Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) im Deutschlandradio Berlin seine Einschätzung, dass ein Angriff ohne UNO-Mandat völkerrechtswidrig wäre. Gegen einen Alleingang der USA wandte sich am Dienstag im ZDF auch FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt. (APA/AP)

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