Gewalt gegen Frauen: Wegweiserecht sollte EU- Vorbild werden

3. September 2002, 15:03
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In keinem anderen Land der EU muss der Täter und nicht das Opfer das Haus verlassen...

Straßburg - Österreichs Wegweiserecht sollte Vorbildwirkung für die Europäische Union haben. Das forderte die SPÖ-EU-Abgeordnete Christa Prets am Dienstag am Rand des Plenums in Straßburg. Hier gelte das Prinzip, dass der Täter und nicht das Opfer das Haus verlassen müsse. Das gebe es in keinem anderen Land der Gemeinschaft. Stattdessen würden Frauenhäuser und ähnliche Einrichtungen gebaut.

Daphne-Programm

Das EU-Parlament stimmt heute über den Midterm-Review, also die Zwischenbilanz, des Daphne-Programmes ab. Das Daphne-Programm ist ein auf vier Jahre angelegtes Aktionsprogramm der EU über Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen. Prets' Resümee: Das Programm wirke und werde massiv in Anspruch genommen. Es gebe aber zu wenig Mittel, um allen Anträgen statt geben zu können.

Mehr Geld für Bereiche Pädophilie und Genitalverstümmelung

Lediglich zwölf Prozent der Anträge habe bisher entsprochen werden können. Jährlich würden fünf Millionen Euro ausgeschüttet. Initiiert wurde das Programm 1997, gestartet 2000. Künftig werde es pro Jahr eine zusätzliche Million Euro für die Bereiche Pädophilie und Genitalverstümmelung geben, sagte Prets. Österreich sei derzeit an 39 Projekten beteiligt und habe an vier Initiativen die Führung übernommen. (APA)

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