Afghanistan: Bauern drohen mit mehr Heroin

3. September 2002, 12:55
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Regierung ließ Ernte zerstören, Entschädigung lässt auf sich warten

Islamabad - Schlafmohnbauern im Osten Afghanistans haben wegen ausbleibender Entschädigungen mit einer Steigerung der Heroinproduktion gedroht. "Wir haben keinen Cent bekommen, seit die Ernte im Frühjahr von der Regierung zerstört wurde", klagte ein Bauer in der Provinz Nangarhar. Der Gouverneur Mohammed Asif Kasisada gestand ein, dass keine Entschädigung gezahlt worden sei, kündigte aber den Beginn der Zahlungen an. Die Bauern drohten an, anderenfalls die Anbaufläche für Schlafmohn zu vergrößern. Das berichtete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP am Dienstag.

In der Region pflanzen die Bauern Schlafmohn an, aus dem Rohopium und damit der Ausgangsstoff für Heroin produziert wird. Mit 5000 Tonnen Rohopium lieferte Afghanistan noch 1999 mehr als 70 Prozent der Weltproduktion. Im Jahr 2001 stoppten die Taliban den Anbau fast vollständig. Nach dem Fall des Talibanregimes im vergangenen November begannen die Bauern wieder mit der Aussaat. Die Vereinten Nationen schätzten die diesjährige Ernte in ganz Afghanistan auf fast 3000 Tonnen. Im Frühjahr war ein Teil der Felder zerstört worden. (APA/dpa)

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