Deutsche Banken bleiben hart

3. September 2002, 11:11
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Bankenverband: Institute können auf Forderungen nicht verzichten

Chemnitz - Der Bundesverband deutscher Banken lehnt Forderungen nach einer Entschuldung für die von der Flutkatastrophe betroffenen Betriebe weiter ab. Die Vertreter der Kreditwirtschaft seien sich mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) einig gewesen, dass ein Schuldenerlass für die Unternehmen Sache von Bund und Ländern sei, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Manfred Weber, der Chemnitzer "Freien Presse". Er habe wenig Verständnis für Appelle, die Banken sollten sich nicht aus der Solidarität stehlen.

Die Bundesregierung übersehe, dass die Banken nicht auf ihre Forderungen gegenüber den Firmen verzichten könnten, betonte Weber. Es könne genauso verlangt werden, dass ein Autohersteller den Handwerkern kostenlos die Lieferwagen ersetzen sollten, die die Elbe weggeschwemmt habe. Eine pauschale Entschuldung sei rechtlich nicht möglich und mache ökonomisch keinen Sinn. "Wir befinden uns nicht in einem rechtsfreien Raum", sagte Weber. Die Banken seien sowohl gegenüber ihren Anteilseignern als auch für das Geld ihrer Sparer verantwortlich. Am Freitag war ein Gespräch der Banken mit Regierungsvertretern im Bundeswirtschaftsministerium über die Entschuldungsfrage gescheitert.

Scharfe Kritik übte Weber an Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos). Er sei gut beraten, schnell die Verpflichtungen der öffentlichen Hand auf den Weg zu bringen. Bis jetzt laufe nur die Soforthilfe, die bei den meisten Betrieben nicht ausreiche. "Wasser und Schlamm sind weg", sagte Weber, jetzt müssen die weiteren Perspektiven vereinbart werden." (APA)

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