Neue Ära bei den Berliner Philharmonikern

6. September 2002, 11:55
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Simon Rattle tritt die Nachfolge Claudio Abbados als Chefdirigent an

Berlin - Die Berliner Philharmoniker stehen vor einer neuen Ära: 120 Jahre nach ihrer Gründung übernimmt der Brite Sir Simon Rattle am Samstag den Taktstock als sechster Chefdirigent des Orchesters. In der Nachfolge des Italieners Claudio Abbado wird der 47-jährige Rattle zunächst für die kommenden zehn Jahre eines der berühmtesten Orchester der Welt leiten.

Für das Eröffnungskonzert hat sich zahlreiche Prominenz angekündigt, darunter der deutsche Bundespräsident Johannes Rau und Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit. Auf dem Programm steht "Asyla", ein Werk des Briten Thomas Adès, und Gustav Mahlers fünfte Sinfonie.

Rattle war von den rund 120 Orchestermusikern zum Chefdirigenten gewählt worden. Mit knapper Mehrheit hatten sich die Musiker für Rattle und gegen den Dirigenten Daniel Barenboim entschieden. Der Dirigent hatte seine Zustimmung von einer Reform der Berliner Philharmoniker abhängig gemacht. Mit der Berufung von Franz Xaver Ohnesorg als neuem Intendanten wurde das vom Land Berlin subventionierte Orchester in eine Stiftung mit einem größeren finanziellen Spielraum umgewandelt.

Vor seinem Ruf nach Berlin hatte Rattle 18 Jahre lang das Birmingham Symphony Orchestra geleitet und war gleichzeitig auf Podien in aller Welt zu Gast. Mit den Berliner Philharmonikern verbindet Rattle eine künstlerische Beziehung seit 1987.

Die Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker waren Hans von Bülow (1882-1894) Arthur Nikisch (1895-1922), Wilhelm Furtwängler (1922-1954), Herbert von Karajan (1955-1989) und Claudio Abbado (1992-2002). (APA/dpa)

  • Sir Simon Rattle
    foto: wiener konzerthaus

    Sir Simon Rattle

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