Zittern an den Börsen

4. September 2002, 12:39
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Erholung in Europa nach gestrigen Verlusten - Börse Tokio auf tiefstem Stand seit August 1983

Frankfurt/Main/Tokio - Nach dem gestrigen Kursrutsch herrschte an den internationalen Märkten heute Nervosität. Mehrere europäische Indizes rutschen gleich zu Handelsbeginn rasant ins Minus, konnten sich im Verlauf leicht erholen. In Tokio setzte der Nikkei-225 hingegen seine Talfahrt fort und sackte auf den tiefsten Stand seit August 1983 ab. Der Markt beendete damit die siebte Sitzung in Folge mit Verlusten. Händler erklärten das Minus mit den schwachen US-Vorgaben vom Dienstag und mangelnden Kaufanreizen.

Erholung

In Frankfurt konnte der DAX am Mittwoch Vormittag, nachdem er am Vortag mehr als fünf Prozent eingebüßt hatte, den Abwärtstrend stoppen. Um 11:25 Uhr MESZ notierte der DAX in Frankfurt mit 3.432,47 Punkten, das entspricht einem Plus von 33,48 Einheiten oder 0,98 Prozent. In London stieg der FT-SE-100 25,1 Einheiten oder 0,62 Prozent auf 4.053,7 Zähler. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 stieg 15,54 Einheiten oder 0,62 Prozent auf 2.525,00 Punkte. Fester zeigte sich auch der Wiener ATX. Der Index errechnete sich um 12:00 Uhr MESZ mit 1.125,92 Punkten nach 1.115,72 Einheiten zum Dienstag-Schluss. Das ist ein Plus von 10,2 Punkten bzw. 0,91 Prozent.

Die Entwicklung wurde mit einer technischen Erholung auf den Ausverkauf an den Börsenplätzen an den ersten zwei Handelstagen in der aktuellen Handelswoche begründet. In einem Branchenvergleich steht der Gesundheitssektor an der Spitze der Kursgewinner. Ebenfalls stark gesucht präsentieren sich Chemie- und Versicherungstitel.

"Gewitter" in den USA

Zuvor fiel der Dow Jones Indes in New York am Dienstag 355,45 Punkte oder 4,10 Prozent auf 8.308,05 Einheiten. Der Nasdaq Composite Index verringerte sich um 51,01 Einheiten oder 3,88 Prozent auf 1.263,84 Zähler. Nach dem verlängerten "Labor Day"-Wochenende hätte alles gegen den Dow Jones-Index gearbeitet, sagte ein Händler. Schwache Vorgaben aus Asien und Europa, ein nicht so gut wie erwartet ausgefallener Nationaler Index der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe für August, der näherrückende 11. September und Sorgen wegen eines möglichen Angriffs der USA auf den Irak schickten den Index auf Talfahrt. "Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum die Aktien nicht wirklich eine Chance haben, sich zu erholen", sagte Michael Krauss, Analyst von J.P. Morgan. (APA,red)

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