Insolvente Blue C: endgültig zugesperrt

3. September 2002, 15:06
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Internet-Dienstleister strebt Zwangsausgleich an - Aktie vom Handel ausgesetzt

Wien - Der Mitte des Vormonats in Konkurs geschlitterte börsenotierten Wiener Internet-Dienstleister Blue C sperrt endgültig zu. Genau drei Wochen nach Konkurseröffnung hat das Handelsgericht Wien die Schließung sowohl der BLUE C Consulting AG als auch ihrer hundertprozentigen Tochter BLUE C Internet GmbH beschlossen. "Für beide Unternehmen gab es nach eingehender Prüfung durch die Geschäftsführung und die Masseverwalter keine erfolgversprechende Fortführungsmöglichkeit", so das Unternehmen am Dienstag in einer Aussendung.

Blue C hatte Mitte August mit Passiva von insgesamt 3,5 Mill. Euro Konkurs angemeldet. Eine Fortführung des Unternehmens galt bereits von da an als unwahrscheinlich.

Unter den 70 Gläubigern befinden sich Gebäudevermieter, eine Computer-Leasingfirma und Mitarbeiter. Die Frist, bis zu der Blue C-Gläubiger ihre Forderungen anmelden können, läuft noch bis 1. Oktober 2002. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist für 15. Oktober angesetzt. Das Unternehmen strebt selbst einen Zwangsausgleich mit der gesetzlichen Mindestquote von 20 Prozent an.

Großteil der 35 Mitarbeiter schon weg

Der Großteil der 35 Mitarbeiter des in den Konkurs geschlitterten Internet-Dienstleisters Blue C seien nach der durch das Handelsgericht Wien angeordneten Schließung des Unternehmens bereits aus der Blue C ausgetreten und damit ein Fall für den Insolvenzausgleichsfonds, der alle Forderungen der Mitarbeiter übernehme, sagte Blue C-Alleinvorstand Karl Strasser am Dienstag. Er selbst erwarte in den nächsten Tagen seine Kündigung.

Seine berufliche Zukunft sei noch offen, er wisse noch nicht, was er künftig machen werde, meinte Strasser. Er werde in den nächsten Tagen und Wochen aber auf jeden Fall dem Masseverwalter weiter zur Verfügung stehen.

Ob sich der angepeilte Zwangsausgleich mit der gesetzlichen Mindestquote von 20 Prozent für Blue C ausgehe, könne man zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen, bemerkte Strasser. Er selbst halte eine Quote von 20 Prozent nach wie vor für realistisch, doch sei die Situation noch im Detail vom Masseverwalter zu prüfen.

Die Aktie der Blue C wurde am Dienstag indessen vom Handel ausgesetzt. Das Papier notierte zuletzt bei 0,05 Euro. (APA)

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