US-Zeitung: El Kaida schmuggelt Gold in den Sudan

3. September 2002, 09:13
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Strukturen der El Kaida weitgehend intakt

Washington - Die radikal-islamische Gruppe El Kaida und die mit ihr verbündete afghanische Taliban-Bewegung haben einem Zeitungsbericht zufolge jüngst größere Goldbestände in den Sudan geschmuggelt. Die "Washington Post" meldete am Dienstag unter Berufung auf europäische, pakistanische und US-amerikanische Ermittler, das Gold sei mit Booten von der pakistanischen Hafenstadt Karachi in den Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate und von dort mit Chartermaschinen in den Sudan transportiert worden.

Wie viel Gold in den afrikanischen Staat geschmuggelt wurde, blieb unklar. Die Zeitung berichtete allerdings unter Berufung auf Ermittler, es handle sich um um Mengen, die zeigten, dass El Kaida und die Taliban noch immer über beträchtliche Finanzmittel verfügten. Ein Sprecher der sudanesischen Botschaft in Washington wurde von der "Washington Post" mit den Worten zitiert, sein Land habe keine offiziellen Informationen über die Goldtransporte erhalten. Keinesfalls würden solche Transporte mit Wissen der Regierung erfolgen.

Der Sudan ist den Ermittlern zufolge vermutlich als Zielland ausgewählt worden, weil El-Kaida Chef Osama bin Laden und andere seiner Verbündeten den Sudan kennten und dort Geschäftskontakte unterhielten. Bin Laden, den die USA als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September betrachten, hatte von 1991 bis 1996 im Sudan gelebt, bevor er seine Aktivitäten nach Afghanistan verlagerte, wo El Kaida über Jahre zahlreiche para-militärische Ausbildungslager betrieb. Der in Saudiarabien geborene Extremist hatte in Afghanistan die radikal-islamische Taliban-Bewegung unterstützt, die Ende 2001 in Folge des von den USA geführten Feldzugs gegen den Terror von der Macht vertrieben worden war.

In einem Entwurf einer UNO-Expertenkommission heißt es, dass die Strukturen der El Kaida noch weitgehend intakt seien und die Gruppe Zugang zu zweistellige Millionen-Dollarbeträgen habe. Nach den Anschlägen vom 11. September waren im Zuge von Anti-Terrormaßnahmen in vielen Staaten Bank-Konten von mutmaßlichen Finanziers der El Kaida gesperrt worden. (APA/Reuters)

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