Ecuador: Indigena-Führer droht wegen Ausschlusses mit Wahlboykott

3. September 2002, 07:58
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"Können die Wahl zum Scheitern bringen"

Quito - Der Indigena-Führer Ecuadors, Antonio Vargas, hat wegen seines Ausschlusses von der Präsidentenwahl am 20. Oktober mit einem Boykott gedroht. "Wir können die Wahl zum Scheitern bringen", drohte Vargas am Montag, dessen Kandidatur wegen des Vorwurfs der Fälschung von Unterstützer-Unterschriften nicht zugelassen worden war. Jeder Bewerber muss mindestens 81.500 Unterschriften für sich sammeln, um sich als Kandidat registieren lassen zu können.

Vargas war früher Präsident der mächtigen Vereinigung der Indio-Völker (Conaie) und hatte bei einem Putschversuch im Jänner 2000 zusammen mit jungen Offizieren den damaligen Präsidenten Jamil Mahuad gestürzt. Etwa 11,5 Prozent der zwölf Millionen Ecuadorianer sind Indios.

Allerdings verlor Vargas einen großen Teil seines Rückhalts, als er vor zwei Jahren Unterschriften für ein Referendum fälschen ließ. Meinungsumfragen, deren Ergebnisse mit Vorsicht behandelt werden müssen, sehen Vargas zur Zeit bei einem Stimmenanteil von nur einem Prozent. (APA/dpa)

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