Niederlande: Sieben Terror-Verdächtige bleiben in Haft

2. September 2002, 20:21
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Sicherheitsbehörden werfen Festgenommenen Verbindungen zum El-Kaida-Netz vor

Den Haag - Polizei und Justiz in den Niederlanden haben am vergangenen Freitag acht Terrorismus-Verdächtige festgenommen. Für sieben von ihnen hat am Montag ein Richter in Rotterdam wegen Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation Untersuchungshaft angeordnet. Die Sicherheitsbehörden legen ihnen Verbindungen zum El-Kaida-Netz von Osama bin Laden zur Last. "Es wird vermutet, dass sie an der Werbung von Kämpfern für den internationalen Dschihad, den bewaffneten Kampf gegen die Feinde des Islams, beteiligt sind", erklärte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft.

Ursprünglich hatte die Polizei in fünf Städten zwölf Personen festgenommen. Danach wurde jedoch deutlich, dass vier nichts mit den Vorwürfen gegen die anderen zu tun hatten, teilten die Behörden mit.

Ein Rechtsanwalt hatte die Festnahmen am Montag zunächst bei der Verhandlung gegen drei weitere Terrorismus-Verdächtige in Rotterdam bekannt gemacht. Der Anwalt verteidigt sowohl einen der am Freitag Festgenommen als auch einen der drei, die bereits seit dem 13. September vorigen Jahres in Untersuchungshaft sitzen. Sie sollen nach Darstellung der Anklage einen Anschlag auf den US-Stützpunkt Kleine Borgel in Belgien geplant haben.

Der Richter entschied am Montag, dass die drei, zwei Algerier und ein Franzose, weitere drei Monate in Untersuchungshaft bleiben müssen. Sie seien Teil einer europäischen Terroristenzelle, der auch Verdächtige in Belgien, Frankreich und Großbritannien angehörten, sagte der Staatsanwalt. Eine mögliche Verbindung zu El Kaida wollte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen. Der Prozess soll gegen Ende des Jahres beginnen. (APA/dpa)

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