Opec-Präsident warnt vor einer Ölschwemme

2. September 2002, 19:20
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US-Drohungen gegen Irak treiben Preis

Rio de Janeiro/Manama - Der nigerianische Opec-Präsident Rilwanu Lukman hat vor einer zu großen Anhebung der Öl-Fördermengen gewarnt. "Wir sollten vorsichtig sein. Die Gefahr besteht, zu viel Öl in die Märkte zu geben", mahnte Lukman. Die Gefahr einer zu knappen Versorgung bestehe dagegen nicht. "Wir können das immer in Ordnung bringen", sagte Lukman.

Innerhalb des Förderkartells wird nach wie vor um eine einheitliche Linie für das Treffen der Opec-Ölminister am 19. September im japanischen Osaka gerungen. Vor dem Hintergrund des massiven Anstiegs der Ölpreise in den vergangenen Wochen ist der Druck auf die Opec angestiegen, vor allem von den USA, die Förderhähne weiter aufzudrehen.

Irak-Krieg

Hintergrund des Preisanstiegs sind Befürchtungen, dass es zu einem Krieg der USA gegen Irak kommt, was die Ölversorgung gefährden könnte. Die Opec hält laut eigenen Angaben die offiziellen Fördermengen derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit zehn Jahren, allerdings nehmen es einige Mitgliedstaaten mit Erfüllung ihrer Förderhöchstquoten nicht so genau.

Riss

Innerhalb des Kartells verläuft ein Riss, während Saudi-Arabien für eine Anhebung der Produktion eintritt, haben sich Venezuela und Kuwait bereits dezitiert dagegen ausgesprochen.

Das Nicht-Opec-Mitglied Oman hat bereits ein Mitziehen bei einer Aufstockung der Förderung ausgeschlossen. Für einen solchen Schritt gebe es keinen Anlass, da die internationalen Märkte derzeit ausreichend versorgt seien, sagte der omanische Ölminister Mohammed bin Hamad al al-Rumhy.

Daher erscheint es mehr als fraglich, ob andere Förderländer außerhalb der Opec wie Russland, Norwegen oder Mexiko mitmachen. Bei der Senkung der Fördermengen im Jänner hatten auch die Nicht-Opec-Länder durch Produktionskürzungen mitgezogen, um den Verfall der Preise zu stoppen. (red/rose, DER STANDARD, Printausgabe 3.9.2002)

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