Gefährliche Schwammerlzeit

4. September 2002, 09:37
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In den vergangenen zwei Wochen sind acht Menschen mit Pilzvergiftungen eingeliefert worden. Für zwei kam jede Hilfe zu spät ...

Wien - Das Wiener Allgemeine Krankenhaus (AKH) warnte in einer Aussendung ausdrücklich vor dem "Genuss" von Knollenblätterpilzen. In den vergangenen zwei Wochen sind acht Menschen mit Pilzvergiftungen eingeliefert worden. Für zwei kam jede Hilfe zu spät. Alle hatten Knollenblätterpilze gegessen.

Essenseinladung

Ein Mann aus der Slowakei und eine 69 Jahre alte Frau aus Korneuburg sind an einer Pilzvergiftung gestorben. Der Zustand einer gleichaltrigen Frau ist kritisch. Das gab die niederösterreichische Sicherheitsdirektion bekannt.

Die Pensionistin war am Mittwoch mit ihrer ebenfalls 69 Jahre alten Freundin zu Gast bei einem befreundeten Paar, kredenzt wurde ein Pilzgericht. Bei allen vier Personen zeigten sich daraufhin Vergiftungserscheinungen, sie wurden ins Krankenhaus Korneuburg eingeliefert.

Parasol oder Knollenblätterpilze

Der Zustand der drei Frauen war so schlecht, dass die Patientinnen in das Wiener AKH überstellt wurden. Die 69-jährige starb, ihre Freundin ist vorläufig nicht ansprechbar. Die Gastgeberin konnte unterdessen von der Intensivstation in eine normale Station verlegt werden. Die Pilze - vermeintliche Parasol- wahrscheinlich aber Knollenblätterpilze - waren ein Geschenk von Nachbarn gewesen.

Weitere Pilzvergiftungen im Bezirk Korneuburg

Weitere Pilzvergiftungen gibt es nach Angaben des Roten Kreuzes im Bezirk Korneuburg: So ist einem Langenzersdorfer Ehepaar nach dem Genuss selbst gesammelter Pilze am Sonntag übel geworden. Am Montag, Abend verständigten sie die Rettung.

Umgehend wurden vom Dienst habenden Disponenten Georg Hauenschild ein Rot-Kreuz-Wagen und der Notarztwagen entsandt. Beide Patienten wurden nach der Erstversorgung durch den Rot-Kreuz-Notarzt Ramin Karimi ins Korneuburger Krankenhaus gebracht. Die Verdachtsdiagnose: Pilzvergiftung. Die 66-jährige wurde auf Grund des sich weiter verschlechternden Zustandes noch in der Nacht vom Roten Kreuz Korneuburg in die Notaufnahme des Wiener AKH transferiert.

Hotline des Markamtes

Wenn sich Sammler sich nicht sicher sind, ob ihre zukünftige Mahlzeit den Tod bringt, können sie sich an die Hotline des Wiener Marktamtes wenden, wo Pilzexperten Rede und Antwort stehen. Umfangreiche Beschreibung und Fotos aller essbaren und giftigen Pilze sind auf einer Internetseite der Stadt Wien einsehbar. (APA)

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    Hände weg von diesen Pilzen!

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    Sie sind zwar nicht ganz so giftig wie der Knollenpilz, trotzdem keinesfalls essen: Fliegenpilze

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