Warnung der Rechtsanwälte vor Keilern für Massenklagen

2. September 2002, 16:52
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Öffentliche Beratungsstellen bieten kostenlose Information an

Wien - Der Österreichische Rechtsanwaltskammertag (ÖRAK) warnt im Zusammenhang mit den Flutschäden der jüngsten Hochwasser davor, so genannten Keilern, Vereinen oder unbekannten Personen Klageaufträge für Massenklagen zu erteilen. Empört sind die österreichischen Rechtsanwaltskammern über die jüngst verbreitete Nachricht, "Keilertrupps würden in Flutgebiete einfallen" und für Sammelklagen Unterschriften keilen. Eine Unterlassungsklage wurde eingebracht.

"Spekulationen auf Kosten der Klienten entsprechen nicht dem Berufsbild der österreichischen Rechtsanwälte", so Klaus Hofmann, Präsident des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages. Man verwehre sich gegen den Eindruck, Rechtsanwälte würden aus der Flutkatastrophe wirtschaftlichen Nutzen ziehen und Bürger in ungeprüfte Massenklagen "hetzen". Es sein nicht akzeptabel, dass neben dem unverschämten Ausnutzen menschlichen Leids auch rechts-, standes-, aber auch wettbewerbswidrige Verhalten widersprochen würde, so Harald Bisanz, Präsident der Wirtschaftlichen Organisation der Rechtsanwälte Österreichs.

Der ÖRAK empfiehlt, sich vor dem Einbringen einer Klage umfassend bei einem Rechtsanwalt seines Vertrauens zu informieren. Zudem gebe es auch von den Kammern eingerichtete Beratungsstellen, die kostenlose Beratung anbieten. (APA)

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