Haftstrafe für steirischen Autofahrer nach Tod einer Italienerin

2. September 2002, 15:41
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Fahrer bückte sich nach runtergefallenem Handy bei 150 km/h Fahrtgeschwindigkeit

Klagenfurt - Wegen fahrlässiger Tötung und schwerer Körperverletzung unter besonders gefährlichen Umständen wurde ein 42-jähriger Knittelfelder am Montag am Landesgericht Klagenfurt zu acht Monaten Haft verurteilt.

Richter Manfred Herrnhofer befand ihn schuldig, durch Raserei und unaufmerksames Fahren einen Unfall verursacht zu haben, bei dem eine 40-jährige Italienerin getötet und deren 47-jährige Schwester schwer verletzt worden waren. Der Steirer erbat sich drei Tage Bedenkzeit.

Fahrer bückte sich nach runtergefallenem Handy

Am 18. März war der Mann mit seiner Lebensgefährtin auf dem Heimweg von der oberitalienischen Stadt San Daniele. Im Bereich des Autobahnknotens Villach fiel seiner Beifahrerin das Handy in den Fußraum und er bückte sich bei Tempo 150 danach. Dadurch abgelenkt, fuhr er mit seinem Chrysler Voyager einem italienischen Fiat Panda auf, mit dem zwei Frauen aus Tarvis unterwegs waren. Richter Herrnhofer: "Der Anprall war so wuchtig, dass die Fahrerin aus dem Wagen geschleudert und getötet wurde." Ihre Schwester auf dem Beifahrerplatz wurde schwer verletzt und leidet bis heute an den Folgen.

0,24 Promille Alkohol im Blut

"Der Griff nach dem Telefon war ein Reflex", sagte der Steirer zur Anklage. Riepl nannte den Steirer hingegen "unbelehrbar", da ihm nach zwei Fahrten im alkoholisierten Zustand bereits 1998 der Führerschein entzogen worden war. Beim Unfall hatte er zwar ein druckfrisches Exemplar in der Tasche, aber auch 0,24 Promille Alkohol im Blut. Herrnhofer sagte dazu: "Durch Geldstrafen war der Mann nicht zu belehren. Die gesetzlichen Limitierungen sollen Unfälle verhindern. Wer dagegen verstößt, nimmt die Gefährdung anderer billigend in Kauf." (APA)

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