Schröder als Werbeträger für gentech-freie Lebensmittel

2. September 2002, 15:09
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SPD-Wahlkampfteam über Aktion erbost

Ein verfremdetes Wahlplakat hat in der SPD-Wahlkampfzentrale Kampa für Unruhe gesorgt. Auf dem Plakat, das gegenüber der SPD-Parteizentrale in Berlin hängt, ist Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Schreibtisch zu sehen. Doch diesmal sinniert der Kanzler nicht über Arbeitslose oder Hartz-Kommission, sondern formuliert ein ungewohntes Bekenntnis zum Verbraucherschutz: "Das Ziel meiner Arbeit? Null Prozent Gen-Food auf dem Tisch."

Urheber des Imitats ist der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Mit einer Serie solcher Plakate will er auf seine Kampagne gegen Gen-Food aufmerksam machen. Auch in der Tageszeitung "taz" wird die Werbung abgedruckt. Eine Kampa-Sprecherin reagierte verschnupft: Solche Imitationen könnten am Computer derart perfekt gemacht werden, "dass man nicht sieht, dass es nicht von uns ist". Die BUND-Aktion sei mit der SPD nicht abgesprochen gewesen.

Erfahrung mit solcher Anti-Werbung sammelte die Partei der Sprecherin zufolge bereits in Zwickau: Dort prangte ein täuschend echtes SPD-Plakat, im Text hieß es allerdings schlicht "Korruption". Die Kampa erwägt nun, ob und wie sie gegen den BUND vorgeht. (APA/AFP)

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