Schweizer Feuilletonisten: "Ein Fehler"

2. September 2002, 16:16
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Die Zeitungslandschaft ist sich einig - Spekulationen über Nachfolger bereits im Gange

In den großen Schweizer Zeitungen herrschte am Montag weitgehend Einigkeit, dass die Vertragsauflösung trotz gewisser mangelnder kaufmännischer oder auch mancher exzentrischer Neigungen Marthalers ein Fehler ist. Von einem "schlechten Witz" spricht der "Tages-Anzeiger". Die "Neue Zürcher Zeitung" verweist darauf, dass Marthaler das Schauspielhaus Zürich "aus dem Dornröschenschlaf geweckt hat, in dem es dämmerte". Die "Berner Zeitung" nennt die Kündigung "blanken Hohn" und vermutet "politische Machenschaften". Die "Basler Zeitung" erläutert, dass die Politik den Theatermann nicht ausreichend unterstützt habe und spricht von einer "Konzeptionslosigkeit der Zürcher Theaterpolitik".

Nachfolger-Spekulationen: Peymann, Hesse,...

Eine Findungskommission bemüht sich derzeit um einen Nachfolger für Marthaler. Die Medien prophezeien, dass das nicht einfach werde. Die Boulevardzeitung "Blick" bringt den Intendanten des Berliner Ensembles, Claus Peymann, ins Gespräch. Der "Tages-Anzeiger" spekuliert, dass der Leiter des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin, Volker Hesse, der 1997 Marthalers schärfster Konkurrent war, zum Zuge kommt. Der bei Zürich geborene Marthaler selbst könne schnell wieder mit einer Berufung an eine deutsche oder österreichische Bühne rechnen, hieß es. (APA/sda/dpa)

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