Iran fordert vom Irak Einhaltung der UNO-Auflagen

2. September 2002, 14:12
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Rasche Rückkehr der Inspektoren verlangt

Teheran - Der Iran hat seinen Nachbarn Irak am Montag eindringlich aufgefordert, die Rüstungsinspektoren der UNO rasch wieder ins Land zu lassen, um eine neue militärische Strafaktion der USA zu verhindern. "Wir hoffen, dass die irakische Regierung mit den Vereinten Nationen zusammenarbeitet mit dem Ziel einer raschen Rückkehr der Waffeninspektoren, um den gegenwärtigen Streit mit den Vereinten Nationen zu beenden", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran.

"Unglücklicherweise haben irakische Regierungsvertreter bewiesen, dass sie die schlimmsten Fehler immer an sehr heiklen Wegscheiden begehen", sagte er weiter und bezog sich dabei offenbar auf die Kriege gegen Iran und Kuwait, die Irak 1980 beziehungsweise 1990 begonnen hatte, und auf die amerikanisch- britische Strafaktion von Ende 1998.

Iran und Irak bestreiten

US-Präsident George W. Bush hat dem Irak und dem Iran vorgeworfen, nach Massenvernichtungswaffen zu streben, was beide Staaten bestreiten. Die Weigerung des Iraks, die Rüstungsinspektoren der UNO wieder ins Land und dort ungehindert arbeiten zu lassen, sieht Bush als Beleg für seinen Vorwurf und hat zu einem "Regime-Wechsel" in Bagdad aufgerufen. Sein Vizepräsident Dick Cheney hält es sogar für nötig, kein Risiko einzugehen und den Irak vorsorglich anzugreifen. US-Außenminister Colin Powell möchte vorher versuchen, die Inspektoren doch noch dorthin zu bekommen.

Sie waren Ende 1998 abgezogen worden, weil sie sich in ihrer Arbeit behindert fühlten. Die USA und Großbritannien versuchten anschließend, den Irak mit Luftangriffen zur bedingungslosen Erfüllung der Auflagen zu zwingen, die die UNO Irak Anfang 1991 nach der Vertreibung aus Kuwait machte. Der Irak hingegen verlangt nach wie vor eine Zwischenbilanz der Inspektionen zwischen 1991 und 1998 und als Folge, den neuen Kontrolleinsatz zeitlich und örtlich zu begrenzen. Ziel ist die rasche Aufhebung der Handelsblockade, mit der die UNO auf den irakischen Einmarsch in Kuwait im August 1990 reagierte.

Der Iran hat sich mehrfach gegen eine Militärintervention der USA im Irak ausgesprochen, erlaubte aber im vergangenen Monat einem irakische Regierungsgegner die Reise zu einer Konferenz der Opposition gegen Saddam Hussein in Washington. (APA/Reuters/dpa)

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