Schulanfang zu Augenuntersuchung bei Kindern nützen

2. September 2002, 15:05
posten

Die Augenvorsorgeuntersuchungen werden bei Kindern zu selten genutzt - Konzentrationsschwächen und irreparablen Folgeschäden könnten verhindert werden...

Klagenfurt - Augenärzte empfehlen, Kinder vor Schulantritt auf Fehlsichtigkeit untersuchen zu lassen. "Die Augenvorsorgeuntersuchungen werden bei Kindern zu selten genutzt", stellte der Vorstand der Augenabteilung im LKH Klagenfurt, Prim. Konrad Unterkircher am Mittwoch fest. Er warnt vor "irreparablen Folgeschäden" als Konsequenz.

Schreib- und Leseschwäche

Nach dem Wegfall der erhöhten Geburtenbeihilfe und der Abschaffung des Mutter-Kind-Pass-Bonus sei die Zahl der Sehkraftuntersuchungen bei Kleinkindern in Kärnten deutlich zurückgegangen, stellte Unterkircher fest. Die Folge nicht in Anspruch genommener Vorsorgeuntersuchungen: Eine Zunahme irreparabler Schäden bzw. schwer zu heilender Folgeschäden, die die Sehfähigkeit, Entwicklung sowie Lebensqualität des Heranwachsenden stark beeinträchtigen und zu Problemen bzw. zu einer Schreib- und Leseschwäche führen können. Vor Schulantritt sollten Kinder deshalb auf Fehlsichtigkeit, also Kurz- bzw. Weitsichtigkeit und Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) untersucht werden.

Augenuntersuchungen gerade bei Kleinkindern wichtig

Besonders wichtig sei jedoch die Augenvorsorgeuntersuchung gerade bei Kleinkindern, zumal man diesen Sehprobleme oft nicht ansieht. Unterkircher: "Die gravierendsten Sehschwächen entwickeln sich in den ersten Lebensmonaten. Bis zu zwei Jahre können Sehfehler oder Sehstörungen noch gut geheilt werden. Wird die Fehlsichtigkeit oder Schielen bei Kindern nicht richtig erkannt und behandelt, kann das schwerwiegende Folgen haben." Der Grund: Das kindliche Gehirn reagiert auf Sehstörungen, indem es das Bild des schlechteren Auges unterdrückt. Dadurch geht dem Auge die Übung, die im Alter bis zum Schulantritt zur vollständigen Ausbildung der Sehfähigkeit führt, verloren. Die Netzhautfunktion bzw. die Sehleistung verkümmert, die Folge ist eine so genannte Schwachsichtigkeit. Die ursprüngliche Fehlsichtigkeit kann zwar immer noch korrigiert werden, aber die bereits verursachte Schwachsichtigkeit bleibt irreparabel. Auch mit einer Brille kann das Kind nicht mehr 100-prozentig sehen und das räumliche Sehen ist gestört.

Kinder mit massiven Sehbehinderungen sowie schwachsichtige Kinder werden in der Sehschule auf der Augenabteilung des LKH Klagenfurt betreut. Im Jahr 2001 waren es rund 4.000 Kinder. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.