Erstes chinesisches Aids-Mittel reduziert Behandlungskosten

2. September 2002, 13:43
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Vereinte Nationen forderten einschneidende Maßnahmen

Peking - Das erste chinesische Aids-Medikament, das am Montag auf den Markt gekommen ist, soll die Behandlung von HIV-Infizierten in China billiger machen. Das Präparat Kedu ist eine legale Kopie von Azidothymidin (AZT), berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Damit sollen die Behandlungskosten von bisher 2.500 bis 3.000 Yuan (307 bis 369 Euro) im Monat auf weniger als 830 Yuan (rund 100 Euro) pro Monat fallen. In Deutschland schlägt der Medikamenten-Cocktail nach Angaben der Aidshilfe pro Patient mit mindestens 1000 Euro im Monat zu Buche, der AZT-Anteil daran liegt bei rund 400 Euro im Monat.

Nach offiziellen chinesischen Angaben gibt es heute 850.000 Aidskranke und HIV-Infizierte in der Volksrepublik, doch könnten es nach unabhängigen Schätzungen auch schon 1,5 Millionen sein. Die Vereinten Nationen haben gewarnt, dass China bis 2010 etwa zehn Millionen Aids-Infizierte haben könnte, falls keine einschneidenden Maßnahmen ergriffen würden. Auch in anderen Ländern werden nach Angaben der Aidshilfe - teils unautorisierte - Kopien gängiger Aids- Medikamente hergestellt, beispielsweise in Indien und Brasilien. (APA)

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