Mehrere Festnahmen bei Fluchtversuch von Nordkoreanern in Peking

2. September 2002, 13:20
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Sicherheitskräfte gingen brutal gegen Flüchtlinge vor - Kameramann misshandelt

Peking - Bei einem Fluchtversuch von mutmaßlichen Nordkoreanern auf ein Botschaftsgelände in Peking sind am Montag sieben oder acht Menschen festgenommen worden. Soldaten und Polizisten in Uniform und Zivil seien brutal gegen die Flüchtlinge vorgegangen, berichteten Augenzeugen. Ein Zivilpolizist habe eine Frau, die über den Boden weggezogen wurde, getreten.

In der Gruppe waren den Berichten zufolge auch ein Mädchen und ein Bub. Ferner brachte ein Zivilpolizist einen Säugling weg. Trotz eines ungewöhnlich massiven Polizeiaufgebots hatten die Flüchtlinge versucht, über einen Zaun zu klettern. Mindestens drei oder vier von ihnen gelangten auf das Gelände, wo sie überwältigt wurden. ARD-Kameramann in Peking misshandelt

Bei dem Fluchtversuch von Nordkoreanern in ein Botschaftsgelände in Peking ist am Montag ein Kameramann des Ersten Deutschen Fernsehens (ARD) getreten und geschlagen worden. Wachsoldaten in Zivil wurden handgreiflich, als er die Festnahmen in dem Bürogebäude, in dem die ARD ihr Studio hat, filmte. Er wurde nach eigenen Angaben schmerzhaft in den Unterleib getreten. Auch schlugen einige Wachleute mit Ledergürteln immer wieder auf seine Hände, als er die Kamera nicht loslassen wollte.

Bei den Handgreiflichkeiten, in die auch der ARD-Korrespondent verwickelt war, wurde ihm aber schließlich die Kamera abgenommen. Das Filmmaterial wurde herausgenommen. Nach einer Stunde gab die Polizei die Kamera zurück. Das ARD-Studio wurde belehrt, "dass so etwas nicht gefilmt werden darf". Auf dem bewachten Gelände im Stadtviertel Sanlitun sind außer Botschaften und Residenzen auch ausländische Korrespondentenbüros untergebracht. (APA/dpa)

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