Schulbeginn in Ostösterreich

2. September 2002, 14:04
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AK-Test ortet enorme Preisunterschiede bei Schulsachen - Fachgeschäfte sind oft billiger

Wien - In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland beginnt wieder die Schule. Rund 470.000 Kinder und Jugendliche, davon etwa 36.000 Taferlklassler, werden im neuen Lernjahr in diesen drei Bundesländern erwartet.

Bis 9. September dauern die Ferien noch im Westen

Die Schüler im Westen und Süden haben noch bis 9. September Ferien. Insgesamt rechnet man im Bildungsministerium für 2002/03 mit leicht sinkenden Schülerzahlen. Rund 1,206.000 Buben und Mädchen werden die Schulbank drücken, das sind etwa 3.600 bzw. 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Das erste Schuljahr beginnt heuer für rund 93.000 Taferlklassler, das ist ein Minus von 0,7 Prozent gegenüber 2001/02.

Neuerungen: Einführung von Prognoseverfahren

Zu den wichtigsten Neuerungen im Schuljahr 2002/03 gehören die Einführung von Prognoseverfahren für den Übertritt von der Volksschule in die Hauptschule bzw. AHS sowie von Leistungsstandards als Orientierungshilfe für Lehrer, Eltern und Schüler. Außerdem startet das Bildungsministerium im Herbst die Initiative "Lesefit - Lesen können heißt lernen können".

AK-Prüfer orten enorme Preisunterschiede bei ASchulsachen

"Enorme Preisunterschiede" hat eine Erhebung der AK bei Schulsachen ergeben. Wer sich die Zeit für Preisvergleiche nehme und Sonderangebote aufspüre, kaufe weit günstiger als jener, der nach Belieben zugreife.

Selbst beim Heft Preisspanne von acht Cent

Allein beim gewöhnlichen A 5 Heft (20 Blatt) wurde etwa bei den getesteten elf Innsbrucker Geschäften eine Preisspanne von acht Cent (günstigste Aktionsvariante) bis 50 Cent festgestellt. Das sei selbst bei einem solch erschwinglichen Schulartikel immerhin ein Preisunterschied von 525 Prozent. Gerade bei solchen Artikeln summierten sich die Preisunterschiede. Bei einer Rotring Zeichenplatte treffe den Konsumenten die Differenz von 98,3 Prozent noch härter. Hier sei bei den getesteten Innsbrucker Geschäften als teuerste Variante ein Preis von 69 Euro und als günstigste Variante ein Preis von 34,79 Euro erhoben worden.

Zum Vergleich von Artikeln, die jeder Schüler zu Schulbeginn benötige, habe die Arbeiterkammer zwischen 19. und 27. August aus den 59 erhobenen Produkten Warenpakete mit 17 Artikeln zusammengestellt und diese in elf Innsbrucker Geschäften verglichen. Die in dem Paket enthaltenen Produkte umfassen Schulhefte in unterschiedlicher Größe und Hefteinbände genauso wie Notizblöcke, Schnellhefter, Radiergummis, Lineale und Textmarker.

Bei diesem Vergleich ergaben sich Unterschiede von mehr als 85 Prozent. In Zahlen ausgedrückt bedeute das, dass der Kunde mit etwas Umsicht nicht 18,44 Euro bezahlen müsse, sondern die gleichen 17 Produkte weit günstiger um nur 9,96 Euro erhalte.

Einzelhandel oft billiger als der Großmarkt

Nicht immer sei das Einzelhandelsgeschäft teurer als der Großmarkt. Bestimmte Schulartikel seien oft im Fachgeschäft sogar billiger.

Deutsche Preise mit österreichischen vergleichbar

Nach den von der AK Tirol gemeinsam mit dem Eurocons in Bozen erhobenen Preisen müssen die Innsbrucker Geschäfte auch einen grenzüberschreitenden Vergleich nicht scheuen. Weder der Kauf von Schulbedarf in Rosenheim noch in Bozen bringe eklatante Preisersparnisse. Das habe der länderübergreifende Vergleich von zehn Schulartikeln ergeben (Erhebungszeitraum ebenfalls 19. - 27. August). Bei den sieben Geschäften in Rosenheim seien zwar erhebliche Kostendifferenzen festgestellt worden. Doch sei der Rahmen, in dem sich das deutsche Preisniveau bewege, dem österreichischen durchaus vergleichbar. Gleiches gelte auch für den Einkauf von Schulartikeln in Bozen.

Der länderübergreifende Vergleich dieser zehn Produkte habe einen durchschnittlichen Unterschied von elf Prozent ergeben. Obwohl der Preis der Innsbrucker Geschäfte mit durchschnittlich 8,83 Euro über dem der bayrischen oder Südtiroler Geschäfte liege (8,15 bzw. 7,9 Euro) zahle sich eine Fahrt dorthin eigens zu Schulbeginn wohl kaum aus. (APA)

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