Cats and dogs in New York

2. September 2002, 12:41
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Nur Serena Williams konnte ihr Spiel absolvieren - Kommt auch in New York ein Dach?

New York - Ähnlich konstantes Schlechtwetter wie am Sonntag, als es Stunden lang "cats and dogs" (Katzen und Hunde) vom Himmel regnete, hat es bei den US Open in New York zuletzt am 4. September 1988 gegeben. Damals war eine komplette "day session" dem Regen zum Opfer gefallen. Diesmal konnte wenigstens eine Partie durchgezogen werden. Und das ging auch nur, weil die als Nummer eins gesetzte Serena Williams die 19-jährige Tschechin Daja Bedanova mit eindrucksvollem Power-Tennis im Eiltempo mit 6:1,6:1 vom Platz schoss.

Nach nur 41 Minuten stand die Weltranglistenerste als erste Spielerin im Viertelfinale. Williams verzeichnete nicht weniger als 35 Winner und ließ ihrer Gegnerin, immerhin die Nummer 20 des Turniers, nicht den Funken einer Chance. Williams ("Sie würde beim Anziehen all der Sachen gewinnen, in die ich nicht passe") ist in ihrer aktuellen Topform der zweite US Open-Titel nach 1999 wohl nur schwer streitig zu machen. Nächste Gegnerin ist die Siegerin aus Justine Henin (BEL-8) - Daniela Hantuchova (SVK-11). Die Slowakin musste beim Stand von 6:1,1:2 nach einem Sturz wegen einer Handgelenksverletzung behandelt werden, ehe Regen das Match stoppte.

Das galt auch für die Partie von Thomas Haas gegen den Schweden Thomas Enqvist, die bei einer 5:4-Führung des Deutschen vertagt wurde. Sein möglicher Viertelfinal-Gegner Pete Sampras lag gegen den Briten Greg Rusedski 4:5 zurück, als wieder Regen einsetzte. Das führte dazu, dass Überlegungen über den Bau eines Dachs über die drei Haupt-Courts (Arthur Ashe, Grand Stand, Louis Armstrong) in Erwägung gezogen wurde.

Die Regenzeit ist die Hochzeit der Nostalgie. Im Fernsehen laufen Partien der Helden von einst: Rod Laver, John McEnroe, Chris Evert, Tracy Austin und Jimmy Connors, dessen fünf US Open-Siege dadurch einen Tag vor dem 50. Geburtstag ausführlich gewürdigt wurden. Das 89-er Viertelfinale gegen den damals noch mit langer, blonder Mähne spielenden Andre Agassi flimmerte ebenso über die Mattscheibe wie Connors' Comeback 1991 in Flushing Meadows.

Überhaupt sind die "Tennis-Rentner" gefragter denn je. In Ermangelung neuer Helden füllt Boris Becker auf seinem Nostalgie-Trip ganze Stadien. In New York erregt Andre Agassis Ehefrau Steffi Graf mit dem gemeinsamen Sohn Jaden Gil auf der Tribüne mehr Aufmerksamkeit als die meisten der aktuellen Protagonisten der Szene. Martina Navratilova ist fit wie eh und je und mischt mit knapp 46 Jahren sogar noch im Doppel und Mixed mit.

Am "Super-Samstag" gibt es in Flushing Meadows eine weitere Zeitreise mit Boris Becker, inzwischen als Jet-Set-Hauptdarsteller aktiv, und John McEnroe, jetzt Co-Kommentator und Buch-Schreiber. Mit einem Show-Match wollen die beiden Ex-Stars die Zuschauer auf das Damen-Endspiel einstimmen.(APA)

  • Serena Williams konnte zufrieden sein

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