Wie arbeiten die Europäer?

2. September 2002, 14:13
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Fast zwei Drittel der Erwerbsfähigen in Beschäftigung - Teilzeit und befristete Beschäftigung nehmen zu

Luxemburg/Brüssel - Obwohl die Arbeitslosigkeit ein unvermindert drängendes Problem in der EU darstellt, ist die Zahl der Beschäftigten zwischen 2000 und 2001 um 2,3 Millionen auf 161,3 Millionen gestiegen. Der Anteil der Beschäftigten an der Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren hat zugleich in den EU-Ländern von 63,2 auf 63,9 Prozent zugelegt, zeigen jüngste Daten von Eurostat (EU-Amt für Statistik). In den Kandidatenländern lag die Erwerbsquote mit 57,8 Prozent niedriger als im Westen.

Die Entwicklung verläuft in den verschiedenen Staaten Europas recht unterschiedlich. In Dänemark, den Niederlanden, Schweden und Großbritannien wie auch in Island, Norwegen und der Schweiz sind über 70 Prozent der Erwerbsfähigen auch tatsächlich in den bezahlten Arbeitsprozess integriert. Österreich liegt mit 67,8 Prozent über dem EU-Schnitt, die geringste Erwerbsquote haben Griechenland, Spanien und Italien mit 50 bis 55 Prozent.

Deutliche Unterschiede bei Struktur der Arbeitsverhältnisse

In diesen drei Ländern sind jeweils nur wenig mehr als 40 Prozent der Frauen erwerbstätig, während es im EU-Schnitt fast 54,8 Prozent und in Österreich 59,8 Prozent sind. Bei der Frauenerwerbsquote liegen die Kandidatenländer (52,5 Prozent) fast gleichauf mit der EU.

Die pauschale Betrachtung überdeckt aber deutliche Unterschiede bei der Struktur der Arbeitsverhältnisse. So waren in Dänemark und den Niederlanden über 91 Prozent der Erwerbstätigen abhängig beschäftigt, in Griechenland nur 60 Prozent. Österreich liegt mit 86,6 Prozent über dem EU-Schnitt von 84,3 Prozent. Dieser Anteil lag in Ländern mit hoher Erwerbsquote ganz allgemein hoch.

Befristete Arbeitsverträge

Sehr große Unterschiede gibt es zugleich bei den Befristeten Arbeitsverträgen. Während diese in Spanien (31,6 Prozent aller abhängig beschäftigten) offenbar üblich sind, haben in Irland und Luxemburg nur rund vier Prozent der Arbeitnehmer solche Verträge. Österreich liegt hier mit 8,1 Prozent deutlich unter dem EU-Schnitt von 13,5 Prozent.

Auch bei der Teilzeitbeschäftigung gibt es sehr große Unterschiede. Einsame Spitzenreiter sind die Niederländer, wo 42 Prozent der Arbeitnehmer Teilzeit arbeiten, und zwar im Schnitt 19 Stunden. Gleich 71 Prozent aller Frauen in den Niederlanden haben eine Teilzeitanstellung. Österreich liegt mit 17,2 Prozent insgesamt und 33,6 Prozent bei Frauen im EU-Schnitt bei der Teilzeitbeschäftigung. In Dänemark, Deutschland, Schweden und Großbritannien liegt die Teilzeitbeschäftigung über 20 Prozent, in Griechenland, Spanien und Italien unter zehn Prozent.

In den Kandidatenländern kommen sowohl befristete Verträge als auch Teilzeit deutlich weniger oft vor als in den EU-Staaten.(APA)

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    foto: photodisc
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