Ex-MobilCom Chef Schmid: Kurs wird manipuliert

2. September 2002, 10:45
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Einbruch um 25 Prozent binnen weniger Minuten

Der Gründer und ehemalige Chef der deutschen MobilCom, Gerhard Schmid, meldet sich zurück. Beim Kurssturz der MobilCom-Aktie am Freitagnachmittag könne es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein, glaubt Schmid. Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" erhob er schwere Vorwürfe gegen den Großaktionär France Telecom. "Der Rückschlag um 25 Prozent binnen weniger Minuten ist kein Zufall, da wurde was gedreht", sagte Schmid.

Ablauf

Um 17.33 Uhr, drei Minuten nach Börsenschluss in Paris, habe ein französisches Magazin im Internet über einen angeblichen Zahlungsstopp des Großaktionärs France Telecom berichtet. Sieben Minuten später sei diese Behauptung als Tatsache von der Nachrichtenagentur Reuters über den Ticker geschickt worden. In der knappen Viertelstunde, bis die vermeintliche Meldung als Gerücht berichtigt wurde, schoß die Aktie um 25 Prozent nach unten - auf 5,52 Euro. "Ein Beleg mehr, wie der Kurs von den Franzosen nach unten gedrückt werden soll", sagte Schmid der FAZ-Sonntagszeitung.

Streit

Der MobilCom-Gründer streitet mit der France Telecom seit Monaten um den Preis, zu dem ihn die Franzosen seine Anteile abkaufen müssen, nachdem sie die Kontrolle bei Mobilcom übernommen und ihn als Vorstand entlassen haben. (pte)

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