Sexaffäre bedrängt Grazer FP-Chef

2. September 2002, 17:46
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Schöggl: "Auch Michl Schmid endlich zur Rechenschaft ziehen"

Graz - Auch auf der kleineren politischen Bühne, in der Grazer FPÖ, steht die dortige Parteispitze auf wackeligen Beinen. Wie im Bund so kursieren auch hier "Putschgerüchte". Anlass dafür liefert die vom STANDARD aufgedeckte "Sexaffäre" um den ehemaligen FP-Stadtrat Ferdinand Spielberger.

FPÖ-Chef Peter Weinmeister wird jetzt vorgeworfen, entgegen früherer Aussagen doch von den Umtrieben seines ehemaligen Stadtrates gewusst zu haben. Landesparteichef Leopold Schöggl, kündigt für den Fall, dass Weinmeister "gelogen hat", Konsequenzen an.

Zwei Mitarbeiterinnen Spielbergers hatten vor einigen Jahren im Beisein des ehemaligen FPÖ-Landesobmannes und Ex-Infrastrukturministers Michael Schmid, der Staatssekretärin Mares Rossmann sowie eines Anwaltes ein Protokoll verfasst, in dem sie dem Stadtpolitiker schwere sexuelle Belästigungen vorwarfen. Die Affäre wurde nach der Protokollerstellung ad acta gelegt. Nach Auffliegen des Skandals Mitte Juli schaltete sich die Staatsanwaltschaft ein. Sie wird diese Woche bekannt geben, ob gegen Spielberger Anklage erhoben wird.

Politische Brisanz erhält der Fall nun durch den Umstand, dass Weinmeister, der auch FP-Spitzenkandidat für die Gemeinderats 2003 ist, laut gerichtlicher Erhebungen detailliert von den Machenschaften Spielbergers gewusst haben soll. Weinmeister beharrt aber nach wie vor darauf, nur "Gerüchte" gehört zu haben.

FPÖ-Landesobmann Leopold Schöggl reagierte im STANDARD-Gespräch scharf: "Es gilt noch die Unschuldsvermutung, sollte er mehr gewusst haben, wird es Konsequenzen geben. Es ist aber auch Zeit, dass endlich der ehemalige Parteiobmann Michl Schmid zur Rechenschaft gezogen wird. Erst durch sein damaliges Verhalten ist die jetzige Situation entstanden. Er hätte schon damals, als er die Macht hatte, die Affäre aus der Welt schaffen müssen." (Walter Müller/DER STANDARD, Printausgabe, 3.9.2002)

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