Gondelrennen bedeutet Knochenarbeit statt Romantik

2. September 2002, 08:37
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Geschwindigkeiten bis zu zwölf km/h

Venedig - Von wegen "glutäugiger Gondoliere singt romantische Lieder und schaukelt verträumte Liebespaare über die Kanäle Venedigs". Wie immer am ersten Sonntag im September war Knochenarbeit angesagt, ein Gondelrennen mit Geschwindigkeiten bis zu zwölf Kilometern pro Stunde. Sieger der Regatta waren Igor Vignotto als Schlagmann und sein Cousin Rudy. Einer am Bug und einer am Heck, gewannen sie sieben der acht letzten Rennen.

Nach den Regatten des Gondolieri-Nachwuchses war die Historische Regatta mit neun Gondeln der traditionelle Höhepunkt. Hunderte von Venezianern in Gewändern des Mittelalters und der Renaissance säumten in Gondeln die Strecke von und zur Universität im Palast Ca' Foscari - am Dogen-Palast vorbei und unter der Rialto-Brücke hindurch. Besondere Touristenattraktion war wieder einmal die Markus-Barke, benannt nach dem Schutzpatron Venedigs, mit Trompetern, Trommlern und Gondolieri, die ihre Ruderriemen zum Salut erhoben hatten.

Igor und Rudy gewannen, obwohl ihnen bei der Auslosung die gelbe Gondel zugefallen war - ein schlechtes Omen. Doch sie hatten mit dem 10.5 Meter langen und nur 65 Zentimeter breiten Boot hart trainiert. "Zwei Stunden am Tag auf der Lagune - und manchmal drin", sagte Igor und wies die Vorstellung weit von sich, es handele sich um Folklore. "Wir sind durchtrainierte Athleten!" Wie zum Beweis trugen die Renn-Gondolieri Sonnenbrillen der Marke Oakley, wie sie bei Rennruderern in sind. (APA/Reuters)

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