Rettung für das Tote Meer

1. September 2002, 21:12
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Israel und Jordanien kündigen ihr bisher größtes Gemeinschaftsprojekt an

Johannesburg - Israel und Jordanien haben am Sonntag auf dem UNO-Gipfel für nachhaltige Entwicklung ihr bisher größtes Gemeinschaftsprojekt angekündigt: die Rettung des Toten Meeres. Der Pegel des zwischen beiden Ländern gelegenen Binnengewässers sinkt jährlich um fast einen Meter. In ein paar Jahrzehnten könnte es ganz verschwunden sein - mit verheerenden Folgen für die Umwelt und die Wirtschaft beider Länder.

"Da ist eine Katastrophe im Anmarsch, der wir so schnell wie möglich begegnen müssen", sagte der israelische Umweltminister Tsahi Hanegbi. Eine rund 300 Kilometer lange durch beide Länder führende Pipeline vom Roten Meer soll nun das Tote Meer retten. Das Projekt hätte nicht nur umweltpolitische Bedeutung: Jordanien und Israel haben zwar 1994 ein Friedensabkommen unterzeichnet, die damit verbundenen großen Hoffnungen wurden bisher aber nie verwirklicht.

Das Projekt wäre eine Botschaft, dass wir alle in einem Gebiet mit einem gemeinsamen Schicksal leben, sagte der jordanische Planungsminister Bassem Wadallah: "Die Umwelt und die Natur kennen keine Grenzen und keine politischen Konflikte."

Das 400 Meter unter dem Meeresspiel gelegene Tote Meer ist der tiefste Punkt auf dem Land und besitzt ein einzigartiges Ökosystem. Hinzu kommen noch zahlreiche antike Stätten, die Juden, Christen oder Moslems heilig sind. Seit Jahren sinkt aber der Wasserspiegel, weil aus dem Jordan, der im Toten Meer endet, schon vorher viel Wasser entnommen wird. Inzwischen sinkt auch der Grundwasserspiegel in dem Gebiet, was erhebliche Auswirkungen hat. (APA/AP)

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