Alle 45 Minuten sterben mehrere hundert Kinder an den Folgen von Umweltverschmutzung

1. September 2002, 18:51
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WHO fordert: Reiche Länder müssen mehr Entwicklungshilfe leisten

Johannesburg - Angesichts zunehmender Gesundheitsgefahren durch Umweltverschmutzung hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die reichen Länder zu mehr Entwicklungshilfe aufgefordert. Viele Industriestaaten seien noch nicht einmal imstande, die Hälfte der von der UNO angestrebten 0,7 Prozent ihres Bruttosozialproduktes für die Entwicklungshilfe bereitzustellen, sagte WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland am Sonntag auf dem UNO-Gipfel in Johannesburg.

Alle 45 Minuten stürben mehrere hundert Kinder an den Folgen von Umweltverschmutzung. Diese Todesfälle in Zukunft zu verhindern, sei eine der höchsten sozialen und politischen Prioritäten des Jahrzehnts, betonte Brundtland. Fast ein Drittel aller Krankheiten weltweit hänge zusammen mit Umwelt-Risikofaktoren. Davon seien zu 40 Prozent Kinder unter fünf Jahren betroffen, obwohl sie nur ein Zehntel der Weltbevölkerung ausmachten.

Jedes fünfte Kind in den armen Staaten lebe nicht länger als fünf Jahre. Allein im Jahr 2000 seien 4,7 Millionen Kinder bis fünf Jahre an vermeidbaren Krankheiten gestorben, darunter 1,3 Millionen an Durchfall- und zwei Millionen an Atemwegserkrankungen. Kinder seien im Vergleich zu Erwachsenen stärker von Umweltwinflüssen bedroht, da sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr atmeten und mehr Nahrung zu sich nähmen, betonte Brundtland. Umweltgefahren wie wachsende Industrialisierung, Entsorgung von Abfällen oder fehlende Abgaskontreollen nähmen vor allem in armen Ländern immer mehr zu. (APA)

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