Sudanesische Regierung unterbricht Friedensgespräche

2. September 2002, 15:27
posten

SPLA-Guerilla greift südsudanesische Stadt Torit an

Mit Angriffen der SPLA begründet

Kairo - Die sudanesische Regierung will die Friedensgespräche mit den südsudanesischen Rebellen in Kenia unterbrechen. "Die sudanesische Delegation bei den Verhandlungen in Kenia wird heute die Gespräche unterbrechen, da die letzten militärischen Entwicklungen, besonders in der Stadt Torit, das Gesprächsklima vergiftet haben", sagte Außenminister Mustafa Othman Ismail am Montag nach einem Treffen mit seinem ägyptischen Amtskollegen Ahmed Maher in Kairo. Er warf der Südsudanesischen Befreiungsarmee (SPLA) vor, die Verhandlungen und das dadurch entstandene friedliche Klima für militärische Aktionen ausgenutzt zu haben.

Die Regierungstruppen hatten sich nach Angriffen der SPLA am vergangenen Sonntag aus der Stadt Torit im Süden des Landes zurückgezogen. Militärsprecher General Mohammed Beshir Suleiman kündigte im staatlichen Rundfunk an, die Armee bereite sich auf die Rückeroberung der Stadt vor.

In der kenianischen Stadt Machakos hatten Regierungsvertreter und Rebellen Mitte August eine zweite Runde von Friedensgesprächen begonnen. Nach der Unterzeichnung eines Teilabkommens im Juli sollen die Kriegsparteien dort unter Vermittlung der USA weitere Schritte vereinbaren, um den seit 19 Jahren währenden Bürgerkrieg zu beenden.

Im Südsudan kämpft seit 1983 die christlich-animistische Bevölkerung gegen die islamisch-fundamentalistische Zentralregierung in Khartum. (APA/dpa)

Share if you care.