FC Kärnten - Gefundenes Fressen

2. September 2002, 10:13
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Die israelische Presse findet außerordentlichen Gefallen an der Begegnung FC Kärnten vs. Hapoel Tel Aviv

Tel Aviv - Das UEFA-Cup-Duell des FC Kärnten gegen Hapoel Tel Aviv hat wie erwartet auch schon erste politische Nebentöne erzeugt, zumindest in der israelischen Presse. Da wurde am Sonntag darüber diskutiert, ob man den FC Kärnten-Präsidenten Jörg Haider einreisen lassen würde, sollte die Begegnung am 19. September nun doch in Israel stattfinden.

Die "Jerusalem Post" berichtet in ihrer Sonntag-Ausgabe, dass Haider bei einer Begegnung mit einem der Eigentümer von Hapoel Tel Aviv vergangenen Freitag am Rande der Auslosung in Monaco vorgeschlagen habe, das Spiel in Israel auszutragen. Haider meinte, er wolle dem israelischen Klub Geld sparen helfen, berichtet die "Post". Die Entscheidung, so schreibt "Ma'ariv" soll am Montag fallen.

Internationale Spiele sind ausgeschlossen

Die UEFA hat schon seit einiger Zeit internationale Spiele in Israel wegen der Gefahrensituation ausgeschlossen. Die Ausweichländer Bulgarien und Zypern sind diesmal wegen des Engagements eigener Klubs weggefallen, zur Diskussion standen zuletzt auch Italien und die Niederlande.

Die Ankündigungen laufen unter Schlagzeilen, die alle Haiders Namen einschließen. Der Fußballklub sei in Israel so gut wie unbekannt, schreibt "Ha'aretz". Den Namen von Jörg Haider aber kenne jeder. Deshalb werde das Spiel auch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Die Zeitung unterstellt Haider dann, sich wenig für die Spiele des FC Kärnten zu interessieren und die Präsidentschaft nur aus politischen Erwägungen übernommen zu haben. Daher werde er sicher auch beim Treffen mit dem israelischen Verein anwesend sein.

Haider könnte ein Politikum daraus machen

"Ha'aretz" meint, Haider könne ein Politikum aus dem Match machen: Der Kärntner Landeshauptmann bekommt laut bisherigen Aussagen keine Einreisegenehmigung nach Israel. Haider, so schreibt "Jediot Acharonot", glaube, mit diesem Zug die öffentliche Meinung des Staates Israel über ihn ändern zu können.

Wenn er nicht als Politiker, sondern als Fußballboss anreist, ergebe sich eine pikante Situation. Dies umso mehr vor dem Hintergrund jüngster Erklärungen über seinen Rückzug aus der Bundes-Politik. Österreichs Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer jedenfalls wurde vor einem Jahr nicht gehindert, zu einem Länderspiel einzureisen, aber von öffentlichen Repräsentanten geschnitten.

Moshe Te'umim, ein anderer der Hapoel-Eigentümer, meint laut "Ma'ariv", dass die UEFA einem Wunsch der Österreicher, in Israel zu spielen, sicher nicht entgegentreten werde. Te'umim erklärte auch, dass Haider Sympathie für Israel ausgedrückt habe. Im Übrigen würde die Mannschaft nach Israel eingeladen und nicht Haider. Man beschäftige sich mit Fußball nicht mit Politik.(APA)

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    Jörg Haiders FC Kärnten ist in aller Munde - zumindest in Israel

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