Taifun in Südkorea: An die 200 Menschen tot oder vermisst

2. September 2002, 15:23
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Der schwerste Wirbelsturm seit 43 Jahren machte allein in Seoul 27.470 Menschen obdachlos...

Seoul - Nach dem verheerenden Taifun "Rusa" in Südkorea hat sich die Zahl der Toten und Vermissten auf fast 200 erhöht. 88 Menschen seien durch das Unwetter ums Leben gekommen und 99 weitere seien als vermisst gemeldet, teilte die Katastrophenschutzabteilung der Regierung am Montag in Seoul mit. Die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete von 198 Toten und Vermissten.

Auch in Nordkorea wütete der Taifun nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA: Dutzende Menschen seien umgekommen, die Landwirtschaft habe schwere Schäden erlitten. Weite Landstriche an der innerkoreanischen Grenze seien überflutet, die Ernten dort verloren.

Schwerster Wirbelsturm seit 43 Jahren

"Rusa" hatte am Wochenende über der koreanischen Halbinsel gewütet und hunderte Straßen, Brücken und Bahngleise zerstört, wie das Verkehrsministerium mitteilte. Durch den schwersten Wirbelsturm seit 43 Jahren wurden nach Angaben der Katastrophenabteilung in Seoul allein 27.470 Menschen in Südkorea obdachlos. Rund 17.000 Häuser wurden durch die heftigen Regenfälle überschwemmt. Die Regierung mobilisierte rund 50.000 Soldaten und andere Helfer.

1,25 Millionen Haushalte ohne Strom

1,25 Millionen Haushalte waren noch am Montag ohne Strom. Auch Trinkwasser wurde vielerorts knapp. Durch Überschwemmungen war der Betrieb in mehreren Kraftwerken gestört. In der 200.000- Einwohnerstadt Gangneung flohen 16.000 Menschen aus ihren beschädigten Häusern und suchten in Schulen und Behörden Unterschlupf. In der umliegenden Provinz Gangwon warteten noch Hunderte in entlegenen Orten auf Hilfe. Das Landwirtschafts- und Forstministerium befürchtete starke Preisanstiege für Lebensmittel. Der Taifun habe rund 85.000 Hektar Ackerland vernichtet.

Die diesjährige Monsun-Jahreszeit führte in Ost- und Südostasien zu starken Überschwemmungen und brachte zahlreiche Todesopfer. Allein in China kamen mehr als tausend Menschen ums Leben.(APA)

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