Siemens: Teilrücknahme von Job-Streichungen erwartet

2. September 2002, 11:19
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Betriebsrat: "8.000 können gerettet werden"

Frankfurt - Der Betriebsratschef des Münchener Elektronikkonzerns Siemens geht davon aus, dass ein guter Teil der Stellenabbau-Pläne des Konzerns zurück genommen wird. Siemens hat seit vergangenem Jahr den Abbau von insgesamt mehr als 30.000 Arbeitsplätzen angekündigt. "Wir gehen davon aus, dass für mindestens 8.000 Stellen die Streichungspläne zurück genommen werden", sagte Ralf Heckmann, Chef des Siemens-Gesamtbetriebsrats, in einem Interview der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe).

Dazu werde sich der Betriebsrat am 5. September mit den Bereichsvorständen treffen, um über einen Betriebsrats-Vorschlag zur Ausnutzung aller "Möglichkeiten der Altersteilzeit" zu reden.

Bei Streichung: Teure Sozialpläne

Ein Festhalten an den Streichplänen werde zu teuren Sozialplänen führen und wegen gesetzlicher Bestimmungen vor allem die jüngeren Mitarbeiter treffen, die das Unternehmen aber brauche, sagte Heckmann dem Bericht zufolge weiter.

Heckmann schloss den Angaben zufolge auch Werkschließungen nicht aus. So seien die Werke in Greifswald und Bruchsal, die Telefontechnik produzierten, von der Marktflaute voll getroffen worden und "nicht mehr auszulasten". Siemens hatte in den vergangenen Tagen mitgeteilt, die Zahl ihrer Fertigungsstätten im Geschäftsbereich Netze deutlich zu reduzieren.

Kein Kommentar

Der Technologiekonzern Siemens hat eine Stellungnahme abgelehnt. "Ich kann Äußerungen des Betriebsrats nicht kommentieren", sagte ein Siemens-Sprecher am Montag in München. Zugleich fügte er hinzu, ihm sei unklar, auf welche Arbeitsplätze sich der Betriebsrat beziehe.

(APA/Reuters)

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