Österreich Schlusslicht bei Kleinkindbetreuung

2. September 2002, 13:05
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Nur jedes fünfte Kind wird in einem Kindertagesheim betreut, kritisiert die Arbeiterkammer

Wien - Die Betreuungssituation von zwei- bis dreijährigen Kleinkindern in Österreich sei alarmierend. Nur jedes fünfte Kind werde in einem Kindertagesheim betreut, kritisierte die Arbeiterkammer am Sonntag in einer Aussendung. Am besten sei die Situation noch in Wien, am Ende der Skala befänden sich Kärnten, Tirol, Vorarlberg und die Steiermark. Die Arbeiterkammer fordert jetzt mehr Initiativen, um die Mängel bei der Kleinkindbetreuung zu beseitigen.

Der Europäische Rat in Barcelona habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2010 für mindestens ein Drittel der Kinder unter drei Jahre Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen. Österreich zähle neben Griechenland, Spanien, Italien und den Niederlanden zu den Schlusslichtern beim Angebot an Kleinkindbetreuung, befand die AK. Österreich erreiche nur eine Versorgungsdichte von 8,5 Prozent, während der Spitzenreiter in Europa, Dänemark, 64 Prozent aufweise.

Folge: Beruflicher Abstieg der Frauen

Die Folge der mangelhaften Betreuungssituation sei, dass viele Frauen nach der Karenz ihr Dienstverhältnis nicht mehr fortsetzen könnten. Eine lange Berufsunterbrechung, wie sie durch Kinderbetreuung notwendig werde, führe zu beruflichem Abstieg, die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen werde dadurch erhöht.

Gefordert wird von der Arbeiterkammer nun ein flächendeckendes Angebot an Kinderbetreuung mit Mindeststandards in der Qualität. Die Kosten dafür müssten leistbar sein. So sollen nach Vorstellung der AK auch Betriebe und Betriebs-Verbünde zum Ausbau des Kinderbetreuungsangebotes beitragen. In kleineren Gemeinden soll es eine gemeindeübergreifende Kooperation bei der Schaffung von Betreuungsplätzen geben. (APA)

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