Brandstiftung im Wiener AKH

1. September 2002, 11:05
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Gleich zwei Mal wurde Freitag Nacht versucht Feuer im Krankenhaus zu legen

Wien - Ein Brandstifter hat im Wiener AKH gleich zwei Mal Feuer gelegt. In kurzem Abstand schlugen Freitagabend im grünen und dann im roten Bettenhaus die Rauchmelder an. Die AKH-Betriebsfeuerwehr und die Feuerwehr der Stadt Wien rückten aus, die Flammen waren rasch gelöscht.

Racheakt wird vermutet

"Für die Patienten bestand keine Gefahr, es gab keine Evakuierungen", sagte AKH-Direktor Univ.-Prof.Dr. Reinhart Krepler zur APA. Die Brandlegungen hatten in beiden Fällen außerhalb des Patientenbereichs stattgefunden. Krepler nimmt einen "Racheakt" an: "Da hat uns jemand ärgern wollen, vielleicht jemand, der einmal des Hauses verwiesen worden ist."

Dass der Brandstifter unter aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitern zu finden sein könnte, "halte ich für ausgeschlossen", so der Spitaldirektor. "Es gibt sehr viele Menschen, die die Lokalitäten hier kennen. Im AKH werden pro Jahr 90.000 Patienten stationär behandelt, seit 1989." Am wahrscheinlichsten sei es wohl "die Tat einer gestörten Persönlichkeit".

Zum ersten Mal schlugen die Rauchmelder um 21.28 Uhr auf Ebene 20 im grünen Bettenhaus (Bettenturm West) an. Die Sprinkleranlage wurde ausgelöst, das Feuer konnte rasch eingedämmt werden. "Unsere Betriebsfeuerwehr ist innerhalb von sechs Minuten mit schwerem Atemschutz an jedem Ort im AKH", betonte Krepler. Um 21.40 Uhr gab es den zweiten Alarm auf der Ebene 19 im roten Bettenhaus.

In beiden Fällen hatte sich der Brandstifter einen fensterlosen Versorgungsbereich auf den Stationen ausgesucht, wo u.a. Verbandsmaterial gelagert wird. Offensichtlich habe der Täter mit einem Feuerzeug auf einem Wagen liegende Hand- und Leintücher angezündet, sagte Krepler. Hinweise auf einen Brandbeschleuniger gab es nicht. Der reine Sachschaden liege bei etwa 800 Euro. (APA)

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