Ground Zero auf den Grund gegangen

1. September 2002, 20:05
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Einsatz von Radar bei Suche nach Leitungen - NASA-Experten schießen verbesserte Bilder

Pasadena - NASA-Experten werden ihr Bildverfahren-Know-how bereitstellen, um die bestehenden Radarbilder vom Untergrund um das Ground-Zero-Gebiet zu erweitern. Das Team der in Kalifornien ansässigen Jet Propulsion Laboratories (JPL) wird nach den Überresten von unterirdischen Telefon- und Gasleitungen suchen. Die Wissenschaftler hoffen, dass durch die Freilegung der geschädigten Infrastruktur der Wiederaufbau des Gebietes unterstützt wird.

Das Bostoner Unternehmen Witten Technologies hat bereits vor der Katastrophe am 11. September und auch im Januar 2002 Radarbilder zu Untersuchungszwecken für einen New Yorker Energieversorger geschossen. Diese Bilder wurden während der Bergung verwendet, die meisten sind aber zu unscharf. Witten nutzte eine neue Technik, die so genannte Untergrund-"Radar-Tomographie". Dabei fährt ein Lieferwagen mit dem Tomopraphen direkt über jenen Bereich, über dessen Untergrund die Forscher Bilder schießen wollen (siehe Bild). Die 3-D-Bilder erfassen den Untergrund bis zu einer Tiefe von 1,8 Metern, sind aber häufig am Limit der Auflösung.

Die NASA will diese Radarbilder "verschärfen" und diese mit Aufnahmen nach dem 11. September vergleichen. "Durch den Vergleich der beiden Radarbilder-Sätze der gleichen Region aber zu verschiedenen Zeitpunkten sollen Forscher Veränderungen im Untergrund erkennen und das Ausmaß des Schadens erheben", erklärte Amir Fijany, leitender Forscher der Ultracomputing Technology Group des JPL. Die erste Erhebungsphase wird rund sechs Monate dauern. (pte)

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    foto: nasa
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