Karrierechancen jenseits der Hochkonjunktur

10. September 2002, 12:17
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Erfolg im Berufsleben hängt nicht nur von Tüchtigkeit und Intelligenz ab. Drei Grundregeln, mit denen sich die eigenen Karrierechancen verbessern lassen

"Erfolg hat nur der Tüchtige!", lautet eine alte Volksweisheit. Doch wer viel arbeitet, ist noch lange nicht tüchtig und damit erfolgreich. Und wer einen überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten besitzt, hat noch lange keinen Karrierefahrschein in der Tasche. Warum den einen ein nahezu müheloser Durchmarsch an die Spitze eines Unternehmens gelingt und andere trotz all ihrer Fähigkeiten und Bestrebungen in unteren oder mittleren Manageretagen stecken bleiben, folgt einer gewissen Gesetzmäßigkeit.

Grundregeln:

  • Stärken ausbauen
    Wer nicht musikalisch ist, sollte nicht Operntenor werden wollen, da hilft auch tägliches Üben nicht. Vielmehr gilt es in einer Selbstanalyse und einer Fremdbeurteilung durch Freunde oder Berater herauszufinden, wo die eigenen Stärken liegen.

  • Selbstvermarktung
    So wie an der Börse müssen Sie auf Angebot und Nachfrage achten und Ihr eigenes "Human-Potenzial" zum besten Preis am richtigen Markt anbieten. Es nützt wenig, wenn Sie zum Nachwuchskader einer auf Grund gehenden Titanic gehören. Bessere Chancen haben Sie bei aufstrebenden, expandierenden Märkten und Unternehmen.

  • Eigenmarketing
    Setzen Sie sich ein Berufsziel und verfolgen Sie es konsequent und beharrlich. Arbeiten und leisten Sie für dieses Ziel mehr als der Durchschnitt.

    Schon Nietzsche wusste: "Zehn Prozent sind Inspiration und 90 Prozent sind Transpiration." Auch gilt es mit der Hoffnung auf Entdeckung aufzuräumen. Eine Ausnahme sind Künstler, vornehmlich Verstorbene, die von Sammlern aufgekauft und dann entdeckt wurden. Kein erfolgreicher Manager wurde entdeckt.

    Ansonsten gilt

    Jeder muss sich selbst verkaufen oder "Klappern gehört zum Handwerkszeug". Dazu zählt auch die Platzierung des eigenen Lebenslaufs beim passenden Personalberater. Dafür müssen Sie sich aller möglichen Kommunikationsmittel bedienen. Schreiben Sie Artikel, halten Sie Vorträge, gehen Sie in die richtigen Clubs und zu den richtigen Meetings - und suchen Sie sich dort die richtigen "Power Points" aus. Nur ein Manager, der schon alles erreicht hat, stellt sich bei einem Empfang in die letzte Ecke und lässt sich dort "besuchen".

Dr. Jean-Francois Jenewein - Der Autor ist Gründer und geschäftsfüh- render Gesellschafter der Managementberatung Jenewein & Partners. (DER STANDARD, Printausgabe)

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