Na da schau her, die geheimen Daten von Tony Blair

2. September 2002, 11:15
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Britischer Premier setzt auf drahtlose Netzwerke verzichtet dafür aber auf Sicherheit und Verschlüsselung

Eine britische Sicherheitsfirma konnte unbemerkt in ein privates Netzwerk eindringen, zu dem ausschließlich Mitglieder des englischen Kabinetts sowie der britische Premierminister Tony Blair Zugriff haben sollten.

Zugang zu Top Secret-Dateien

Laut einem Bericht von Securitynewsportal können Top Secret-Dateien von den Computern des Premiereministers in der Downing Street problemlos herunter geladen werden. Der gesamte Angriff ist laut Experten innerhalb weniger Minuten beendet und stellt keine speziellen Anforderungen, da entsprechende Sicherheitsmechanismen im Netzwerk nicht zu entdecken waren.

"Stand-by hacking"

Der Angriff auf die Computer des englischen Premierministers erfolgte im Auftrag der Zeitung "The Sunday Mirror", die damit die Sicherheitsproblematik im Bereich WLAN aufzeigen wollte. Die Sicherheitsexperten drangen in das Netzwerk des 234 Millionen Pfund teuren neuen Bürogebäudes "Portcullis House", in dem die englischen Abgeordneten Quartier bezogen hatten, mit Laptop und Zubehör im Wert von rund 70 Pfund ein, während sie in einem 25 Meter entfernten geparkten Auto saßen.

London nicht sicher

Mit einem Notebook und entsprechender Ausrüstung lassen sich laut Angaben von Securitynewsportal rund um den Big Ben und damit mitten im Herzen Londons ohne Probleme in wenigen Minuten 26 Pakete mit hochsensiblen Informationen aus dem Behörden-Netzwerk rauben. Die streng geheimen Sicherheits-Passwörter wurden laut "The Sunday Mirror" nämlich sogar von außen sichtbar.

Der Test

Im Auftrag von "The Sunday Mirror" hat der britische WLAN-Sicherheitsexperte Phil Cracknell die staatlichen Sicherheitsmechanismen getestet. Whitehall, Downing Street, Number 10, Portcullis House, das Department of Environment, Food and Rural Affairs und nahe dem Parlament konnten ungesicherte Zugänge festgestellt werden. Im Zuge der Recherchen wurde auch ein 11-jähriges Kind nach einer kurzen Einschulung damit beauftragt in das Netz einzudringen und schaffte es. Keine Daten oder Zugangscodes wurden im Laufe dieser Aktion weitergegeben oder verwendet. Laut "The Sunday Mirror" sollte wie erwähnt nur das Risiko aufgezeigt werden. Ob es dennoch keinerlei Strafen geben wird, bleibt abzuwarten. (red)

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