48 Länder haben sich Frankreich Idee angeschlossen - Zeit um auch über Hochwasserschäden nachzudenken: Kann der Europarat helfen?
Straßburg - Der deutsche Bundespräsident Johannes Rau
gibt am Samstag (31.8.) in Essen den Startschuss für die diesjährigen
Tage des Europäischen Kulturerbes. Damit wird eine Initiative
fortgesetzt, die der Europarat 1991 mit finanzieller Hilfe der EU
gestartet hat. Praktisch alle Länder Europas sind dieses Mal dem
Aufruf des Europarats gefolgt, erstmals auch Jugoslawien. Sie werden
an einem oder mehreren Tagen im September mehr als 30.000
Baudenkmäler ausnahmsweise dem breiten Publikum öffnen.
In Österreich ist es am 22. September so weit
Ziel der "Tage des offenen Denkmals" ist es, den Bürgern einmal im
Jahr Zugang zu Baudenkmälern zu besichtigen, die sonst nicht oder nur
beschränkt zugänglich sind: Schlösser, Klöster, Regierungssitze,
Universitäten, Industrieanlagen sowie denkmalgeschützte
Privatresidenzen öffnen dann ihre Tore. Auch hinter die Kulissen von
Museen, Theatern und Opernhäuser können Besucher einen Blick werfen.
Im vergangenen Jahr nutzten europaweit mehr als 20 Millionen Menschen
diese Gelegenheit. Österreich stellt den "Europäischen Tag des Denkmalschutzes" am 22.
September unter das Motto "Technische Denkmale".
Hochwasserschäden: Was kann der Europarat tun?
Urspünglich waren in Deutschland rund 6500 Veranstaltungen
geplant. Davon müssen nach der Hochwasserkatastrophe jedoch einige
abgesagt werden. Mit den Folgen der verheerenden Flut für das
Kulturerbe von Dresden und anderen Gemeinden wollen sich am Freitag
Experten bei einem Kolloquium in Bonn befassen. Dabei geht es auch um
die Frage, wie der in Straßburg ansässige Europarat und seine 44
Mitgliedsländer zur Rettung der beschädigten Baudenkmäler beitragen
können.
Den Anstoß zu der europaweiten Aktion hatte Frankreich gegeben,
das 1984 erstmals einen Tag des Offenen Denkmals veranstaltete. Die Zahl der Länder, die sich an der Initiative beteiligen, stieg mittlerweile von elf im Jahre 1991 auf
heute 48. (APA/dpa)