"Tage des offenen Denkmals"

Redaktion, 29. August 2002, 14:39

48 Länder haben sich Frankreich Idee angeschlossen - Zeit um auch über Hochwasserschäden nachzudenken: Kann der Europarat helfen?

Straßburg - Der deutsche Bundespräsident Johannes Rau gibt am Samstag (31.8.) in Essen den Startschuss für die diesjährigen Tage des Europäischen Kulturerbes. Damit wird eine Initiative fortgesetzt, die der Europarat 1991 mit finanzieller Hilfe der EU gestartet hat. Praktisch alle Länder Europas sind dieses Mal dem Aufruf des Europarats gefolgt, erstmals auch Jugoslawien. Sie werden an einem oder mehreren Tagen im September mehr als 30.000 Baudenkmäler ausnahmsweise dem breiten Publikum öffnen.

In Österreich ist es am 22. September so weit

Ziel der "Tage des offenen Denkmals" ist es, den Bürgern einmal im Jahr Zugang zu Baudenkmälern zu besichtigen, die sonst nicht oder nur beschränkt zugänglich sind: Schlösser, Klöster, Regierungssitze, Universitäten, Industrieanlagen sowie denkmalgeschützte Privatresidenzen öffnen dann ihre Tore. Auch hinter die Kulissen von Museen, Theatern und Opernhäuser können Besucher einen Blick werfen. Im vergangenen Jahr nutzten europaweit mehr als 20 Millionen Menschen diese Gelegenheit. Österreich stellt den "Europäischen Tag des Denkmalschutzes" am 22. September unter das Motto "Technische Denkmale".

Hochwasserschäden: Was kann der Europarat tun?

Urspünglich waren in Deutschland rund 6500 Veranstaltungen geplant. Davon müssen nach der Hochwasserkatastrophe jedoch einige abgesagt werden. Mit den Folgen der verheerenden Flut für das Kulturerbe von Dresden und anderen Gemeinden wollen sich am Freitag Experten bei einem Kolloquium in Bonn befassen. Dabei geht es auch um die Frage, wie der in Straßburg ansässige Europarat und seine 44 Mitgliedsländer zur Rettung der beschädigten Baudenkmäler beitragen können.

Den Anstoß zu der europaweiten Aktion hatte Frankreich gegeben, das 1984 erstmals einen Tag des Offenen Denkmals veranstaltete. Die Zahl der Länder, die sich an der Initiative beteiligen, stieg mittlerweile von elf im Jahre 1991 auf heute 48. (APA/dpa)

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