Nobelpreisträger Blobel startete Spendenaktion

Redaktion, 29. August 2002 11:34
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    Foto: apa/dpa/ matthias hiekel

    Arbeiter retten einen von 50 historischen Bilderrahmen aus dem Keller der Gemäldegalerie "Alte Meister" in Dresden (27.8.).

Dresdner Denkmäler sollen erhalten und wiederaufgebaut werden

Rom - Der Medizin-Nobelpreisträger Günter Blobel hat einen weltweiten Spendenaufruf für den Erhalt und Wiederaufbau der von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Denkmäler in Dresden gestartet. Der gebürtige Deutsche, der an der Rockefeller-Universität in New York arbeitet, ist Gründer und Präsident des US-Vereins "Friends of Dresden", der sich seit Jahren für den Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörten Stadt einsetzt.

Darf nicht für humanitäre Zwecke sammeln

"Wir versuchen durch einen Aufruf auf unserer Webseite friendsofdresden.com Geld für die erneut beschädigten Denkmäler und Kunstwerke dieser historischen Stadt zu sammeln", sagte Blobel in Italien. Zu der verheerenden Flutkatastrophe sagte der Wahl-Amerikaner: "Als Denkmalschützer muss ich sagen: Es hätte schlimmer kommen können, denn die wichtigsten Kunstschätze konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden." Der menschliche Aspekt sei hingegen wesentlich dramatischer. Jedoch dürfe er nach amerikanischem Recht kein Geld für humanitäre Zwecke sammeln. Deshalb wolle er mit seiner Initiative immerhin zum Erhalt der historischen Schätze der Stadt beitragen, erklärte Blobel.

Sehr engagiert bereits beim Wiederaufbau der Frauenkirche

Der in Schlesien geborene Mediziner flüchtete 1945 mit seinen Eltern nach Freiberg bei Dresden. Zwei Wochen später musste er die Zerstörung der Stadt durch amerikanische und britische Bomber mitansehen. 1999 erhielt Blobel für seine Forschungen in der Zellbiologie den Nobelpreis und stiftete den überwiegenden Teil des rund 920.000 Euro hohen Preisgeldes für den Wiederaufbau der Frauenkirche und der Dresdner Synagoge. Seine 1995 gegründete Organisation "Friends of Dresden" zählt heute über 2000 Mitglieder und hat bislang weit über 1,5 Millionen Dollar (1,52 Millionen Euro) zusammengetragen. (APA/dpa)

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