Dresdner Denkmäler sollen erhalten und wiederaufgebaut werden
Rom - Der Medizin-Nobelpreisträger Günter Blobel hat einen weltweiten Spendenaufruf für den Erhalt und Wiederaufbau
der von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Denkmäler in Dresden
gestartet. Der gebürtige Deutsche, der an der Rockefeller-Universität
in New York arbeitet, ist Gründer und Präsident des US-Vereins
"Friends of Dresden", der sich seit Jahren für den Wiederaufbau der
im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörten Stadt einsetzt.
Darf nicht für humanitäre Zwecke sammeln
"Wir versuchen durch einen Aufruf auf unserer Webseite
friendsofdresden.com Geld für die erneut beschädigten
Denkmäler und Kunstwerke dieser historischen Stadt zu sammeln", sagte
Blobel in Italien. Zu der verheerenden
Flutkatastrophe sagte der Wahl-Amerikaner: "Als Denkmalschützer muss
ich sagen: Es hätte schlimmer kommen können, denn die wichtigsten
Kunstschätze konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden." Der
menschliche Aspekt sei hingegen wesentlich dramatischer. Jedoch dürfe
er nach amerikanischem Recht kein Geld für humanitäre Zwecke sammeln.
Deshalb wolle er mit seiner Initiative immerhin zum Erhalt der
historischen Schätze der Stadt beitragen, erklärte Blobel.
Sehr engagiert bereits beim Wiederaufbau der Frauenkirche
Der in Schlesien geborene Mediziner flüchtete 1945 mit seinen
Eltern nach Freiberg bei Dresden. Zwei Wochen später musste er die
Zerstörung der Stadt durch amerikanische und britische Bomber
mitansehen. 1999 erhielt Blobel für seine Forschungen in der
Zellbiologie den Nobelpreis und stiftete den überwiegenden Teil des
rund 920.000 Euro hohen Preisgeldes für den Wiederaufbau der
Frauenkirche und der Dresdner Synagoge. Seine 1995 gegründete
Organisation "Friends of Dresden" zählt heute über 2000 Mitglieder
und hat bislang weit über 1,5 Millionen Dollar (1,52 Millionen Euro)
zusammengetragen. (APA/dpa)