Gefährlicher Schulweg: Nur Training hilft

2. September 2002, 14:01
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Jedes Jahr verunglücken rund 600 Kinder - Die Anforderung, welche der Schulweg an die Volksschüler stellt darf nicht unterschätzt werden...

Wien - Die erste Hürde für rund 95.000 Erstklassler ist der Schulweg. 566 Kinder verunglückten im Vorjahr. Die Anforderung, welche die Bewältigung dieser Strecke an die Sechsjährigen stellt darf nicht unterschätzt werden, warnte Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) heute, Mittwoch, in einer Aussendung. "Die Kleinen sind zu einer sicheren Teilnahme am Straßenverkehr einfach noch nicht in der Lage".

Entfernungen und Geschwindigkeiten können Kinder nicht richtig einschätzen

Das richtige Gespür für Gefahren, Entfernungen und Geschwindigkeiten können Kinder nicht richtig einschätzen, nach einem anstrengenden Schultag sinkt ihre Konzentrationsfähigkeit, erklärte Thann. Das Blickfeld ist deutlich geringer als das von Erwachsenen, Kinder sehen Fahrzeuge, die sich seitlich nähern, erst viel später.

der sicherste Weg soll festgelegt werden

Gemeinsam mit den Kindern sollte der sicherste Weg zur Schule festgelegt und intensiv trainiert werden. An Gefahrenstellen sollten die Eltern in die Knie gehen, um die nahenden Autos einmal aus der Kinderperspektive zu sehen, riet das KfV. Wer zwischen parkenden Wagen kniet, wird über die "Monsterautos" staunen.

Ein schwerer Weg muss mindestens zehn Mal geprobt werden

Der Schulweg sollte an Wochentagen geprobt werden. Eine leichte, kurze Strecke sollte mindestens drei- bis vier Mal abgegangen werden. Ein langer, schwieriger Weg muss mindestens zehn Mal geübt werden, lautete die Faustregel.

Umwege sind besser als das Überqueren der Fahrbahn

Ein Umweg ist besser als das Überqueren der Fahrbahn, warnten die Experten. Ideal sind Übergänge mit Ampelregelung, Mittelinsel sowie Sicherung durch Exekutive oder Schülerlotsen. Auch bei Fußgängerampeln müssen die Kids lernen, nach beiden Seiten zu schauen und auf Abbieger zu achten.

Zebrastreifen allein bieter keinen Schutz

Der Schutzweg bietet jedoch kaum Schutz, kritisierte das KfV. Beinahe jedes dritte Kind, dass am Schulweg als Fußgänger unterwegs ist, verunfallt am Zebrastreifen. Diese Situation muss besonders intensiv geübt werden.

Kinder nicht mit dem Auto in die Schule fahren

Kinder sollten nur in Ausnahmefällen mit dem Auto zur Schule gebracht werden. Der "Teufelskreis - Chauffeur Mama" führt dazu, dass die Kinder nicht lernen, mit den Gefahren im Straßenverkehr umzugehen, warnte das KfV. Durch Halte- und Wendemanöver kommt es bei Schulen zusätzlich zu gefährlichen Situationen für die kleinen Fußgänger. (APA)

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