Thermen-Tempel im Test

1. September 2002, 12:26
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"Konsument" hat von März bis Juni die Qualität von Thermen überprüft - die Ergebnisse waren vorwiegend zufriedenstellend

Wien - 20 Thermen in Österreich und je eine in Deutschland und Slowenien wurden von März bis Juni 2002 vom österreichischen Konsumentenmagazin "Konsument" überprüft. Dabei wurde von den Testern begutachtet, was dem Tagesgast im Bade- und Saunabereich und in den Restaurants an Ambiente und Extras angeboten wird.

Abgesehen von vereinzelt registrierten Hygieneproblemen erzielten die Thermen in der Gesamtbeurteilung vorwiegend erfreuliche Ergebnisse. So erreichten 16 die Note "sehr gut", die übrigen sechs wurden mit "gut" beurteilt.

Auffallende Unterschiede bei den Eintrittspreisen

Die Tagespreise, inklusive Saunabesuch, bewegen sich bei Erwachsenen zwischen 7,40 und 21 Euro. Für Kinder kostet der Aufenthalt im Schnitt zwischen 4,80 und 11 Euro pro Tag. Das beste Preis-Leistungs- Verhältnis für Gäste mit Kindern wurde bei der Sonnentherme Lutzmannsburg registriert. Obwohl die meisten Thermen Familien mit Kindern Preisermäßigungen gewähren, wird an der Kassa nur selten darauf aufmerksam gemacht. "Konsument" empfiehlt jedenfalls, immer nachzufragen.

Ein weiteres Test-Kriterium war die Möglichkeit mit Karte zu zahlen. Schlecht schaut es dabei im Warmbad Villach aus, denn dort gibt es weder eine Bankomat- noch eine Kreditkarten-taugliche Kassa.

Daten zur Badewasser-Hygiene

Weiters erhob "Konsument" bei den Thermen-Anbietern Daten zur Badewasser-Hygiene. Die Thermen Geinberg, Bad Mitterndorf, Bad Schallerbach und Bad Radkersburg konnten kein Gutachten über die Wasserqualität vorweisen. Bei den verdeckten Inspektionen kritisierten die "Konsument"-Tester vor allem die Wasserlacken, die in einigen Thermen nicht gleich entfernt wurden. Diese Lacken gelten als Hygienerisiko, weil sie die Ausbreitung von Fußpilz fördern. Nur sporadisch gereinigt wurden die nassen Stellen in der Erlebnistherme Römerbad in Bad Kleinkirchheim und in der Kaisertherme in Bad Ischl. Hygienisch desolat erlebten die Tester die Parktherme Bad Radkersburg - Schimmelbefall im Freibecken und Essensreste im Erlebnisbecken trübten die Badefreuden.

Die Gastronomie-Bereiche

Auch im Gastronomie-Bereich haben einige Wellness-Tempel noch Nachholbedarf. Als Schwachstellen identifizierten die "Konsument"- Tester schmutzige Tische und Böden, Fliegen im Essen, unangenehmen Pommes frites-Geruch und Mängel bei der Bedienung. Dies führte bei der Benotung zu dementsprechenden Abwertungen.

Die Besten

Vorbildlich in allen vier maßgeblichen Kategorien - Bade- und Saunabereich, Ambiente und Restaurant - präsentieren sich die Thermen Rogner Bad Blumau, Sonnentherme Lutzmannsburg, Tassilo Therme Bad Hall, Eurotherme Bad Schallerbach, Thermalquelle Loipersdorf sowie das Thermalbad Oberlaa. Neben tadelloser Sauberkeit und attraktivem Ambiente bieten sie vielfältige Zusatzangebote.

Thermen-Zusatzangebote richten sich sowohl an Familien als auch an Wellness- und Fitness-Begeisterte. Die zum Teil widersprüchlichen Gästebedürfnisse decken jedoch nicht alle Thermen gleichermaßen ab. Sauna, Solarium und Massage sind zwar schon überall Standard, aber darüber hinaus werden unterschiedliche Akzente gesetzt.

Die detaillierten Testergebnisse werden in der Ausgabe 9/2002 des Magazins "Konsument" veröffentlicht. (APA/red)

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