Drei Netzwerk-Siemens-Werke angeblich vor Schließung

1. September 2002, 13:46
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Verkauf der ICN-bislang gescheitert

München - Nach dem gescheiterten Verkauf von drei Werken der krisengeschüttelten Siemens-Netzwerksparte ICN steht möglicherweise deren Schließung bevor. Siemens verfolge weiter das Ziel, die Zahl der ICN-Fertigungsstätten deutlich zu reduzieren, sagte ein Sprecher des Bereichs am Donnerstag in München.

Von jeher habe der Konzern gesagt, dass hierfür als Möglichkeiten der Verkauf, die Umstellung der Produktion auf Produkte anderer Siemens-Sparten sowie die Schließung in Betracht kämen. Derzeit werde aber eine "interne Lösung" geprüft. Dabei ließ der Sprecher offen, was hierunter zu verstehen ist. Bis zum Jahresende sollten hierzu Ergebnisse bekannt gegeben werden.

Grundsatzvereinbarung

Siemens und Sanmina-SCI hatten am Mittwoch einvernehmlich erklärt, dass der geplante Verkauf von drei Werken - eines in Florida und zwei in Europa - an den US-Netzwerkhersteller nicht weiter verfolgt werde. Der Siemens-Sprecher begründete den Schritt mit sinkender Nachfrage am Markt. Angaben zum Volumen der geplanten Transaktion machte er nicht.

Ende April hatten die Unternehmen eine entsprechende Grundsatzvereinbarung unterzeichnet. Siemens hatte damals erklärt, der Verkauf sei ein weiterer Schritt, die Zahl der Fertigungsstätten um die Hälfte auf zehn zu reduzieren.

Erst am Montag hatte ICN erstmals öffentlich bestätigt, den Abbau von weiteren 4.000 Stellen in der Sparte zu erwägen. Bis auf den Abbau von 1.300 Jobs am Münchener Standort Hoffmannstraße sei aber noch nichts beschlossen, hatte es geheißen. In den vergangenen beiden Jahren hat ICN den Abbau von 16.500 Stellen angekündigt, rund ein Drittel der gesamten Belegschaft. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2001/2002 (Ende September) hatte die mit der schwachen Nachfrage nach Telekom-Infrastruktur kämpfende Sparte einen operativen Verlust von 366 Millionen Euro verbucht. (APA/Reuters)

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